05. August 2019
05.08.2019

Flughafen Mallorca: Kritiker warnen vor Erweiterung durch die Hintertür

Vier Projekte sollen die Kapazitäten am Airport Palma erhöhen. Umweltschützer schlagen Alarm und fordern Transparenz

05.08.2019 | 13:28
Die Zahl der Passagiere wächst seit 2013 stetig an. 2018 waren es 29 Millionen Fluggäste. 2019 wird wieder eine neuer Rekord.

Der Flughafen Mallorca will größer werden und die Kapazitäten erhöhen, ohne das Schreckwort „Erweiterung" in den Mund zu nehmen. Vier verschiedene Projekte sollen weiteres Wachstum der Passagierzahlen ermöglichen. Umweltschützer gehen auf die Barrikaden und pochen zumindest auf größere Transparenz.

Die Flughafengesellschaft Aena wiegelt ab und betont, dass man keine neue Flächen in Anspruch nehmen will, sondern bereits bestehende Infrastrukturen effektiver gestalte. Der Begriff Erweiterung sei deshalb fehl am Platz. Dennoch: Bis 2021 will Aena 270 Millionen Euro investieren. Damit will man zum Beispiel einen Teil der Landepiste neu bauen, um ein schnelleres Starten der Flugzeuge zu ermöglichen. Aena betont, dass es nicht darum ginge, die Zahl der Flüge zu erhöhen. Umweltschützer glauben aber nicht an diese Aussage, zumal das Projekt anscheinend ursprünglich „Flughafenerweiterung" hieß und erst in den Tagen vor der offiziellen Veröffentlichung im Amtsblatt umbenannt wurde.

Ein zweites Projekt betrifft die Erweiterung der Ladenflächen innerhalb der Teminals – 33 zusätzliche Geschäfte – und ein größeres Angebot der Parkplätze. Auch hier wird das Wort „Erweiterung" vermieden, man wolle schlicht die „Räume neu ordnen".

Projekt Nummer drei sorgt – auch aufgrund der Geheimniskrämerei – für besonders viel Polemik. Es handelt sich um ein Immobilien-Vorhaben, in dem in einem neuen Gebäude „Übernachtungsmöglichkeiten für Angestellte und Besucher" des Flughafens geschaffen werden soll. Das Wort „Hotel" nimmt niemand in den Mund, zumal das den Protest der Behörden und eines Teils der Bevölkerung auf den Plan rufen würde. Die Landesregierung erklärte vorsorglich: „Wenn es sich um ein touristisches Vorhaben handelt, sind wir dagegen."

Ein viertes Projekt wird nicht von Aena sondern von der Flugsicherheit Enaire in Angriff genommen. Es geht darum, die Starts und Landungen organisatorisch effektiver zu gestalten, sodass die Anzahl der Flieger pro Tag erhöht werden kann – rein theoretisch, versteht sich.

Doch genau davor warnen die Umweltschützer auf Mallorca. Noch mehr Flüge bedeuten für die Insel mehr Besucher. 2018 fertigte der Airport Palma 29 Millionen Passagiere ab. Die Zahl stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. Und 2019 wird ein neuer Rekord erwartet. Denn selbst wenn die Hotelbuchungen zurückgehen, steigt die Zahl der Besucher. Das liegt einerseits daran, dass es alternative Unterkünfte durch private Ferienvermietung gibt. Und andererseits daran, dass die Dauer der Aufenthalte sinkt, sodass die Zahl der Flüge auch dann steigt, wenn insgesamt weniger Menschen auf der Insel sind.

Einig sind sich alle in der Einschätzung, dass der Flughafen zur Zeit am Limit ist. Dies führe nicht nur zur Verspätung der Starts, sondern immer häufiger auch dazu, dass Maschinen in Warteschleifen über der Insel kreisen, um auf ihre Landung zu warten. Damit nehme die Umwelt- und Lärmbelastung der Bewohner auf Mallorca zu. /tg

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