09. September 2019
09.09.2019

Schulstart wegen Unwetters in 19 Mallorca-Gemeinden verschoben

Stand Mittwochmorgen: Regen, Blitz und Donner ziehen weiter über die Insel. Guardia Civil kommt 17 Personen zu Hilfe. Die Warnstufe wurde von Rot auf Orange herabgesetzt. Ab Donnerstag beruhigt sich das Wetter

09.09.2019 | 10:34
Schulstart wegen Unwetters in 19 Mallorca-Gemeinden verschoben
Aus Sicherheitsgründen empfahlen die Behörden, das Auto stehen zu lassen.

Ein heftiges Unwetter hat am Dienstag (10.9.) Mallorca starken Regen und ortsweise wie etwa in Cala Millor Hagel beschert. Etliche Windhosen - die Mallorquiner nennen das Phänomen "cap de fibló" - zogen über das Meer vor der Küste. Mehrere Sturzbäche traten über die Ufer und Bäume knickten um. Die Guardia Civil kam insgesamt 17 Personen zu Hilfe. Am Flughafen kam es zu Verspätungen. Boote liefen auf Grund. Verletzte oder größere Schäden wurden bisher nicht gemeldet.

Wer die Ausläufer des Unwetters in Echtzeit verfolgen möchte, findet den Radar des spanischen Wetterdienstes Aemet auf dieser Website.

In der Nacht auf Mittwoch (11.9.) wurde die Wetterwarnung von der Stufe Orange auf Rot angehoben. Für den weiteren Mittwoch gilt bis Mitternacht wieder die Warnstufe Orange: Plötzliche Regengüsse, möglicherweise Hagel, starke Windböen und hohe Wellen können den Alltag durcheinander wirbeln. Der für den Mittwoch vorgesehene Schulbeginn wurde deshalb in mehreren Gemeinden auf Donnerstag verschoben.

Hintergrund: Das bedeuten die Wetterwarnungen auf Mallorca

Heftiger Regen und Windhosen am Dienstag

Die höchsten Niederschläge wurden am Dienstag in der Serra de Tramuntana gemessen. Rund um das Kloster Lluc in der Berggemeinde Escorca fielen 154 Liter pro Quadratmeter. In der Finca Son Torrella fielen bis zum Dienstagabend mindestens 117 Liter. 

Besonders betroffen waren am Dienstag die Orte Caimari und Selva. In beiden Dörfern drohte am Nachmittag der Sturzbach Sa Mosquera über die Ufer zu laufen, die Straßen standen teils bereits unter Wasser. Auch die Verbindungsstraße zwischen den beiden Orten war überflutet. Der Bürgermeister von Selva, Joan Rotger, rief die Bevölkerung dazu auf, die Straße derzeit nicht zu benutzen. Um kurz vor 19.30 Uhr teilte die Rettungsleitstelle 112 dann mit, dass der Torrente über die Ufer getreten ist, die Zufahrt nach Caimari über die Ma-2130 wurde gesperrt. In Campanet überfluteten die Sturzbäche Torrent Petit und Torrent Sant Miquel Felder und eine Fläche nahe des Sportgeländes.

Die Guardia Civil kam 17 Personen zu Hilfe, wie es in einer Pressemitteilung vom Mittwochmorgen heißt. In Caimari wurden drei Personen aus einer überschwemmten Wohnung sowie sieben Personen aus vier Fahrzeugen gerettet. Weitere Rettungsaktionen waren nötig in Font de Sa Cala (Capdepera), im Gebiet der s'Albufera sowie auf der Landstraße nach Formentor

Insbesondere aufgrund der starken Regenfälle und der daraus folgenden Überschwemmungsgefahr hob der Wetterdienst am Dienstagabend für die Tramuntana-Region die Warnstufe auf Rot an. Gleichzeitig entschied die Schulbehörde die Schule am Mittwoch in 19 Gemeinden ausfallen zu lassen. Der Schulbeginn in folgenden Gemeinden auf Donnerstag verschoben: Alaró, Estellencs, Puigpunyent, Esporles, Valldemossa, Deià, Bunyola, Sóller, Fornalutx, Escorca, Caimari, Campanet, Pollença, Sa Pobla, Alcúdia, Santa Margalida, Muro, Artà und Capdepera.

Um 20 Uhr teilte die 112 mit, dass sie bislang 72 Zwischenfälle registrierte, 60 davon auf Mallorca. In acht Fällen ging es um gestrandete Boote, in 16 Fällen um umgestürzte Bäume, in sechs Fällen um die Unterbrechung von Strom- oder Wasserversorgung und in 30 Fällen um Überschwemmungen von Gebäuden oder Straßen und Wegen. In El Toro beispielsweise fiel für eine Stunde der Strom aus. 

Livecams: So sieht es gerade auf Mallorca aus

Mehrere Flüge nach Mallorca mussten aufgrund des Unwetters umgeleitet werden. So konnten etwa zwei Eurowings-Flieger von Düsseldorf und Frankfurt nicht in Palma landen und mussten nach Ibiza ausweichen. Ebenso betroffen war eine Transavia-Maschine aus Amsterdam. Weil wegen des Unwetters auch die Abstände zwischen den einzelnen Starts sowie den Landungen vergrößert werden mussten, kam es zu generellen Verspätungen in Son Sant Joan.

Auch auf dem Meer kam es zu Zwischenfällen. So stürzten etwa bei einer Fährüberfahrt nach Mallorca mehrere Lastwagen um. 

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Mittwoch: Warnstufe Orange

Auch am Mittwoch geht das Unwetter weiter. Für die frühen Morgenstunden galt die Warnstufe Rot, im weiteren Tagesverlauf gilt die Warnstufe Orange. Für die Gemeinden, in denen die Schule stattfindet - Mittwoch ist auf Mallorca erster Schultag - sollten Autos beim Schultransport große Vorsicht walten lassen. Bei heftigen Regenfällen werden auf der Insel immer wieder Straßen überflutet und Autos mitgerissen.

Die Temperaturen fielen schon am Dienstagabend deutlich herab, ortsweise auf 15 Grad. Am Mittwoch werden es in Palma maximal 25 Grad. Die Tiefsttemperaturen bleiben bei 16 Grad (Palma) oder sogar 15 Grad (Sa Pobla).

Donnerstag: Warnstufe Gelb

Am Donnerstag beruhigt sich die allgemeine Wetterlage. Weiterhin kann es zu plötzlichen Regenfällen kommen, die aber nicht mehr so heftig sind. Die ausgerufene Wetterwarnung (Warnstufe Gelb) gilt für hohe Wellen an den Küsten Mallorcas.

Es wird wieder etwas wärmer: Höchsttemperaturen um die 28 Grad. Nachts fallen die Temperaturen nur in den Bergen unter die 20-Grad-Grenze.

Hintergrund: Die "gota fría" auf Mallorca

Die heftigen Gewitter zum Ende des Sommers auf Mallorca sind als Phänomen der "gota fría" bekannt, wörtlich "kalter Tropfen". Das Naturphänomen basiert auf den stark schwankenden Temperaturen von Meer und Luft. Das noch zwischen 22 und 25 Grad warme Mittelmeerwasser verdampft und steigt bis zu zehn Kilometer hoch auf.

Wenn sich dann die ersten atlantischen Tiefausläufer mit feuchtkalter Luft über das Mittelmeer schieben, türmen sich auf breiter Front gewaltige Gewitterwolken auf. Prallen die Luftmassen aufeinander, kommt es zu Sturzregen, bei denen bis zu 200 Liter Wasser pro Quadratmeter gemessen werden können.  /tg/ff/jk

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