18. Januar 2020
18.01.2020

Das Kongresszentrum in Palma de Mallorca, eine Erfolgsgeschichte?

Mehr als 200 Events und rund 70.000 Besucher verzeichnet der Komplex pro Jahr. Die richtig dicken Fische beißen aber noch nicht an

18.01.2020 | 01:00
Um Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ging es bei diesem Kongress, links vorne: Ministerpräsidentin Francina Armengol.

Wenn jemand weiß, wie gut das Kongresszentrum in Palma de Mallorca läuft, dann ja wohl die Taxifahrer. Schimpften sie früher darüber, wie viel Steuergelder in den Komplex an der Ortseinfahrt der Balearen-Hauptstadt geflossen sind, seien sie nun Feuer und Flamme, auch angesichts der vielen Fahrgäste, die ihnen das Tagungszentrum beschert. „Die Wahrnehmung hat sich radikal geändert", sagt Direktor Ramon Vidal. Machte der Palau de Congressos de Palma jahrelang mit Verzögerungen beim Bau und gescheiterten Ausschreibungen Schlagzeilen, sind es seit der Eröffnung vor knapp drei Jahren die auf Mallorca tagenden Autokonzerne, Ärzte oder Wissenschaftler. Mehr als 200 Events mit rund 70.000 Besuchern pro Jahr werden inzwischen gezählt.

Palmas Kongresszentrum, eine Erfolgsgeschichte? Für den Betrieb ist der Hotelkonzern Meliá zuständig, er hatte Ende 2016 im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für das Tagungszentrum und das angeschlossene Hotel für einen Zeitraum von insgesamt 15 Jahren erhalten. Nach einem Boom im Jahr 2018 und einer Konsolidierung im Jahr 2019 werde man im neuen Jahr durchstarten, verspricht Vidal. Zum jetzigen Zeitpunkt seien 24 Veranstaltungen bestätigt, darunter auch neun größere Kongresse. Er rechne mit einem Umsatzplus von rund 40 Prozent im Tagungsgeschäft des Kongresszentrums.

Aber auch wenn das Tagungszentrum gut gestartet ist, schon globale Marken wie Porsche, Jaguar oder Panasonic zu Besuch waren oder über weitreichende Fragen wie weltweite Fischfangquoten debattiert wurde – die wirklich dicken Fische auf dem Tagungsmarkt gehen noch nicht ins Netz. Trotz der immer wieder zitierten Standortvorteile wie Klima, Flug­anbindung oder Infrastruktur habe man mit einem wichtigen Handicap zu kämpfen, so Vidal. Mallorca werde nach wie vor sehr einseitig als Freizeit- und Urlaubsdestination wahrgenommen. Dieses Image eigne sich zwar gut für Incentive-Veranstaltungen von Unternehmen, erweise sich aber als Hemmschuh für Kongresse von Verbänden und Organisationen.

Erfolg verspricht sich Vidal von der Zusammenarbeit mit Landesregierung, Inselrat und dem Rathaus Palma. Gemeinsam habe man einen fundierten und systematischen Aktionsplan für das neue Jahr erarbeitet. Auf welchen Messen lohnen sich Auftritte wirklich? Wie kann man das Profil Mallorcas als Tagungsstandort schärfen? Wie profitiert die Wirtschaft von den Gästen mit Aktentasche? Auf 25 Millionen Euro jährlich schätzt der Direktor den auf der Insel generierten Umsatz pro Jahr – schließlich tagen die Kongressteilnehmer nicht nur. Sie schlafen auch in Hotels, gehen essen und nehmen sonstige Dienstleistungen in Anspruch. Die 268 Zimmer im hauseigenen Hotel reichen nur für einen Bruchteil der Tagungsgäste, die Hälfte der Zimmer ist ohnehin in der Regel mit „echten" Urlaubern belegt.

Dass es sich bei einem Großteil der Veranstaltungen im Palau de Congressos im neuen Jahr um Ärztekongresse handelt, sei nicht verwunderlich, so Vidal: Die Medizin-Branche mache weltweit 60 bis 70 Prozent des Tagungsgeschäfts aus, der Anteil sei also repräsentativ. Die Wissenschaftler und Ärzte seien treue Kunden, sie kommen im jährlichen Rhythmus zusammen. 2020 haben sich so unter anderem Zahnärzte, Augenärzte, Kinderärzte, Hausärzte sowie Kardiologen in Palmas Kongresszentrum angekündigt. Erwartet werden jeweils bis zu 3.000 Teilnehmer.

Bei all der Außenwirkung sollen weiterhin aber auch die Insel-Bewohner ihren Weg in den Komplex finden, sei es bei Sinfonie-Konzerten, Tapas-Events oder Jobmessen. Auch Führungen werden regelmäßig auf Anfrage veranstaltet. Zum Balearen-Tag am 1. März ist der Palau de Congressos dann im Rahmen eines Tags der offenen Tür für jedermann geöffnet.

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