28. Januar 2020
28.01.2020

Knapp die Hälfte der fliegenden Händler auf Mallorca hat schon mal einen Strafzettel kassiert

Die Caritas hat eine Studie über die Einwanderer aus dem Senegal veröffentlicht

28.01.2020 | 14:36
Archivfoto: Fliegende Händler an der Playa de Palma.

43 Prozent der fliegenden Händler auf Mallorca haben für den Verkauf der meist gefälschten Waren schon einmal einen Strafzettel bekommen, drei Prozent wurden festgenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Caritas am Dienstag (28.1.) vorgestellt hat. Dafür befragte ein Forscherteam aus Madrid 139 Senegalesen.

Trotz der Hürden bevorzugen 96 Prozent der Befragten ihr Leben auf Mallorca als die Vergangenheit in Senegal. 85 Prozent der Befragten sind laut der Studie optimistisch, dass sie in den kommenden Jahren ihre Situation verbessern werden.

Die Studie ist in vier Punkte unterteilt: die Lebensbedingungen der Senegalesen in ihrer Heimat, ihre Wohnsituation auf Mallorca, ihre sozialen Kontakte auf der Insel und ein Ausblick auf ihre Zukunft. Verantwortlich für die Studie ist Enrique Gómez aus Madrid. Er fand heraus, dass eines der Grundprobleme das niedrige Bildungsniveau im Senegal ist. "Durchschnittlich verlassen die Senegalesen im Alter von 13,5 Jahren die Schule. Da sind sie noch Kinder." Meist erfolgt das durch die soziale Verantwortung in der Familie, um die Eltern finanziell zu entlasten. "Nur 3,6 Prozent gehen zur Universität." 94 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auch in ihrer Heimat einen Job hatten, wobei dieser nicht zum Leben ausreichte.

55 Prozent der Senegalesen auf Mallorca kamen in den vergangenen drei Jahren. 94 Prozent von ihnen sind Männer, fast alle jünger als 40 Jahre. Trotz sprachlicher Hürden und der ungewissen Zukunft im neuen Land nehmen sie das Risiko auf sich. "Viele Leute in Senegal sehen Europa als Paradies. Wer dann einmal herkommt merkt schnell, dass dem nicht so ist", sagt Babacar Diakhate, der selbst als fliegender Händler an der Playa de Palma begann und mittlerweile legal für die Caritas arbeitet.

Alle Befragten gaben an, regelmäßig Kontakt mit der Polizei zu haben. "Oft werden die Waren konfisziert", sagt Diakhate.  /rp

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