11. März 2020
11.03.2020

Coronavirus: Fallas und Fußball - Spanien verbietet Massenveranstaltungen

Premier Pedro Sánchez kündigte am Dienstag (10.3.) Maßnahmen an, die auch Mallorca betreffen

11.03.2020 | 08:41
Spaniens Premier Pedro Sánchez am Dienstag (10.3.) in Madrid.

Verbote von Flügen, Absage von Veranstaltungen, Ausfall von Unterricht – die Maßnahmen, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen, greifen inzwischen tief ins öffentliche Leben in Spanien und auch auf Mallorca ein. Die Zahl der Infizierten stieg bis Mittwochnachmittag (11.3.) spanienweit sprunghaft auf mehr als 2.200 – das sind fast doppelt so viele wie am Vortag. 54 Personen sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden gestorben, die meisten von ihnen – 31 – in der Region Madrid, dahinter folgt das Baskenland. Dabei handelt es sich vor allem um ältere Menschen mit Vorerkrankungen. 135 Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, wurden inzwischen wieder aus den Krankenhäusern entlassen.

Dem Land stünden „schwierige Wochen" bevor, kündigte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Dienstag an. Um die Notlage zu bekämpfen, werde man alles tun, was notwendig sei, so der Sozialist – Maßnahmen, die täglich nach Bedarf und gemäß der Entwicklung der Ansteckungszahlen angepasst und verschärft werden. Offiziell geht die Regierung von zwei Monaten Krise aus, falls die Schutzmaßnahmen greifen. Im schlimmsten Fall würden es vier bis fünf Monate.

Italien-Flüge verboten

Die Maßnahmen betreffen zunächst den Flugverkehr. Alle direkten Flüge von und nach Italien würden zunächst bis 25. März verboten, teilte die linke Regierungskoalition nach ihrer Kabinettssitzung am Dienstag mit. Grund: Die meisten Spanier hatten sich während eines Italienaufenthaltes mit dem Virus infiziert. Vom Flugverbot können Gütertransporte sowie etwa Flüge für humanitäre Zwecke ausgenommen werden. Im vergangenen Jahr gab es rund 106.000 kommerzielle Flüge zwischen Spanien und Italien, was knapp zehn Prozent des spanischen Luftverkehrs ausmacht. Dabei wurden 16 Millionen Passagiere transportiert. Der Bevölkerung im ganzen Land wird empfohlen, auf Reisen zu verzichten. Ausgangssperren oder andere härtere Maßnahmen, wie es sie beispielsweise in Italien gibt, gelten in Spanien bislang nicht.

Kein Unterricht in Madrid

Die von der Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 besonders betroffenen Regionen – Madrid, die baskischen Provinzen Vitoria und Labastida sowie La Rioja – teilten mit, dass ab Mittwoch alle Kitas, Schulen und Universitäten für mindestens 15 Tage geschlossen bleiben. Die spanische Fußball-Liga beschloss „Geisterspiele" für die kommenden zwei Wochenenden. Wie auch auf Mallorca werden Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen im ganzen Land abgesagt. Der beispielsweise für den 15. März geplante Barcelona-Marathon wurde auf Herbst verschoben, das Sportevent soll nun am 25. Oktober stattfinden.

Aus für die Fallas

Die Fallas – die größten Fiestas der Stadt Valencia – werden verschoben, ein neuer Termin steht noch nicht. Das ist nicht nur ein schwerer Schlag für das Selbstverständnis der Stadt, sondern auch für die lokale Wirtschaft – laut der Zeitung „El País" werden Einbußen von rund 700 Millionen Euro befürchtet. Zahlreiche Hotels müssten dichtmachen, heißt es, in der Gastronomie werden reihenweise Entlassungen befürchtet. Auch das Madrider Prado-Museum hat Einschränkungen beschlossen. So soll ab sofort nur noch eine begrenzte Zahl von Besuchern gleichzeitig in die Säle mit den bekanntesten Gemälden zugelassen werden. Zudem dürfen während der Zeiten des Gratis-Zugangs in den Abendstunden nur noch maximal 500 Menschen in das Museum.

Um die wirtschaftlichen Schäden der Pandemie abzufedern, kündigte Premier Sánchez am Dienstag ein Maßnahmenpaket an: Unternehmen sollen Steuerschulden stunden und günstige Kredite aufnehmen können. Für welche Firmen das konkret infrage kommt, sollte aber erst am Donnerstag (12.3.) bekannt gegeben werden. Besondere Hilfen sollen zudem für die am stärksten betroffenen Branchen – Tourismus und Transport – gelten.

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