11. März 2020
11.03.2020

Coronavirus: Die Mallorquiner beginnen, Lebensmittel zu horten

Während die Zahl der Infektionen steigt – seit Mittwoch (11.3.) sind es balearenweit 16 Fälle – verzeichnen Supermärkte auf der Insel ein ungewöhnliches Absatzplus

11.03.2020 | 11:40
Coronavirus: Die Mallorquiner beginnen, Lebensmittel zu horten

Der Ansturm auf die Supermärkte in Folge der Coronavirus-Krise hat jetzt auch auf Mallorca begonnen. In Gemeinden wie Marratxí bildeten sich am Dienstagabend (10.3.) um 21 Uhr lange Warteschlangen vor den Kassen. Die Einkaufswagen waren voller Wasserflaschen, Fleischprodukte sowie Nudeln und Reis. In den Regalen dagegen Leere, wo sich sonst Hygieneartikel stapelten. An den Gemüseständen waren Paprikas, Zucchinis und Bananen vergriffen. Auch von den typisch mallorquinischen Trockenkeksen der Firma Quely blieben in manchem Supermarkt allenfalls Krümmel übrig. In Läden in Palma wurde auffällig viel Öl gekauft, Brot war hier und da vergriffen, und beim Dosen-Essen lichteten sich die Reihen – auch wenn leere Regale eher die Ausnahme waren.

Hinter vorgehaltener Hand sprachen einige Geschäftstreibende von "absurden Zuständen". Eine große Supermarktkette auf Mallorca verzeichnete in den vergangenen 15 Tagen einen Anstieg beim Verkauf von Desinfektionsmitteln für Hände von 121 Prozent. Die Verkäufe von Alkohol stiegen um 112 Prozent. Wasser in Flaschen verzeichnete einen Umsatzanstieg von 25 Prozent, es wurde 21 Prozent mehr Nudeln verkauft, 18 Prozent mehr Kekse, 18 Prozent mehr Reis, 15 Prozent mehr Öl, 16 Prozent mehr Mehl, und um 11 Prozent stieg der Absatz von Dosen-Essen.

Der spanische Verband der Einkaufszentren und Kaufhäuser (ANGED) wies in einer Mitteilung darauf hin, dass Hamsterkäufe keinesfalls nötig seien. Auch die Transport-Föderation Fenadismer (Federación Nacional de Asociaciones de Transporte de España) wies angesichts zunehmender Impulskäufe darauf hin, das die Versorgung sichergestellt sei.

Das vielleicht größte Problem liege woanders, sagte Bartolomé Servera, Präsident des Verbandes der Unternehmer auf Mallorca. Firmen, die Hotels verderbliche Lebensmittel zuliefern, stünden angesichts zurückgehender Buchungszahlen vor einem logistischen Problem, da sie die Lebensmittelbestellungen an die schwankenden Gästezahlen anpassen müssen.

Am Mittwoch informierte die balearische Gesundheitsbehörde, dass drei weitere Coronavirus-Fälle auf den Balearen bestätigt wurden. Zwei auf Mallorca und einer auf Menorca. Damit steigt die Zahl der Infizierten auf den Balearen auf insgesamt 16 an. /lk

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