21. März 2020
21.03.2020

Spaniens Ministerpräsident verlängert Alarmzustand um zwei Wochen

Sánchez bespricht sich mit regionalen Ministerpräsidenten. "Das Schlimmste kommt noch", hatte Sánchez am Vorabend gewarnt

21.03.2020 | 22:13
Spaniens Ministerpräsident verlängert Alarmzustand um zwei Wochen
Pedro Sánchez bei der an seine Fernsehansprache anschließende Pressekonferenz am Samstagabend (21.3.)

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am Sonntagmorgen (22.3.) angekündigt, dass der Alarmzustand um weitere zwei Wochen verlängert wird. Das hat der Regierungschef laut übereinstimmenden Medienangaben in einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Autonomen Gemeinschaften bekanntgegeben.

Die Regierung muss sich diese Maßnahme noch vom Parlament genehmigen lassen, was jedoch eine Formalie sein dürfte. Die Entscheidung bedeutet, dass die weitgehenden Restriktionen im öffentlichen Leben über den 29.3. noch mindestens bis zum 12.4., Ostersonntag, beibehalten werden (lesen Sie hier im Einzelnen die Bestimmungen des Alarmzustandes).

Auf die Probe gestellt

In einer langen Fernsehansprache hatte Pedro Sánchez am Samstagabend (21.3.) sein Land auf noch schwierigere Zeiten vorbereitet. Das "Schlimmste kommt erst noch", so Sánchez. Die "härteste Welle" der Coronavirus-Pandemie stehe noch bevor und werde das Land "materiell" und "moralisch" auf die Probe stellen. Sowohl der Staat als auch die Gesellschaft seien darauf aber vorbereitet.

In Spanien hat die Pandemie bis Sonntagmittag bereits 1.720 Menschenleben gefordert. Die Zahl der Infizierten wird mit 28.572 Menschen angegeben.

Neue Maßnahmen kündigte der Ministerpräsident bei der Fernsehansprache nicht an. Sánchez hatte am 13.3. den zunächst auf zwei Wochen befristeten Alarmzustand ausgerufen. Wenngleich die damit einhergehende Ausgangssperre weitgehend diszipliniert befolgt wird - wie der Ministerpräsident mehrmals lobte - hat sich die Lage weiter verschärft.

Besonders betroffen ist die Hauptstadt Madrid, wo die ersten Krankenhäuser überlastet sind und in aller Eile in den Messehallen Krankenbetten für bis zu 5.000 Menschen eingerichtet werden. An die 40 Hotels haben sich außerdem bereit erklärt, Patienten aufzunehmen.

"Chaotische Zustände" in den Krankenhäusern


Zugleich mangelt es in vielen Krankenhäusern an Schutzmasken und -Kleidung sowie Material, vielerorts ist von "chaotischen Zuständen" die Rede. Sánchez bestätigte den bereits zuvor bekannt gewordenen Kauf auf dem internationalen Markt von 1,3 Millionen Schutzmasken für Krankenhauspersonal und Patienten. Auch in Spanien selbst werde nun die Herstellung von medizinischem Material forciert.

Die Regierung setzt nun außerdem auf Schnelltests. Man habe 640.000 entsprechender Kits angeschafft, die nun verteilt werden sollen. Bislang war in Spanien nur spärlich getestet worden. Zudem sollen die Krankenhäuser mit 52.900 neuen Einsatzkräften verstärkt werden. Darunter sind pensionierte Ärzte und Pflegekräfte sowie Studenten.

"Es wird vorbeigehen, und zwar bald"


Über lange Strecken wirkte die Fernsehansprache der Ministerpräsidenten wie eine Art Seelenmassage für eine verängstigtes Land. Unter anderem würdigte Sánchez ausführlich die bisherigen Anstrengungen des Gesundheitspersonals und der Sicherheitskräfte. Auch die Gesellschaft als Ganzes zeige sich solidarisch. Allerdings brauche es nun Kraft und Courage, so der Ministerpräsident, der zugleich mehrfach versuchte, seinen Bürger Mut zu machen. "Es wird vorbeigehen und zwar bald", sagte der sozialistische Politiker gleich mehrfach.

Sánchez appellierte mehrfach an die Einheit des Landes. Seine Regierung werde in der Krise nicht polemisieren, so der Ministerpräsident, der damit wohl auf die Kritik der konservativen Opposition sowie der katalanischen Separatisten anspielte. Auch in der Gesellschaft wächst die Skepsis über das Krisenmanagement. So ertönte zur Fernsehansprache mancherorts, auch auf Mallorca, eine sogenannte "cacerolada": Bürger, die am Fenster oder auf den Balkonen auf Kochtöpfe einschlagen, um somit ihren Unmut über die Regierung kundzutun. 

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