24. März 2020
24.03.2020
Mallorca Zeitung

Verstöße gegen Ausgangssperre auf Mallorca: Mallorca-Deutsche treffen sich in Bar

Die Polizei verschärft die Kontrollen und muss sich manchmal sehr dumme Ausreden anhören

24.03.2020 | 12:54
Man braucht schon einen guten Grund, um auf Mallorca das Haus zu verlassen. Weder Hunde noch Einkaufstaschen sind ein Passierschein.

Dass auf Mallorca wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus eine strenge Ausgangssperre gilt, sollte sich nach zehn Tagen bei allen herumgesprochen haben. Die Straßen sind leer, überall stehen Polizisten und Soldaten, um die Situation zu prüfen und zu überwachen. Die Vorschriften werden in den Medien ständig wiederholt und auch teilweise über Lautsprecher ausgerufen.

Mallorca-Deutsche treffen sich trotzdem in der Bar

Dennoch gibt es nach wie vor Leute, die sich nicht an die Ausgangssperre halten. Allen voran sorgten fünf Mallorca-Deutsche in Küstenortsteil Peguera für Aufregung, weil sie sich trotz aller Verbote in einer Bar im Ort trafen. Passanten beobachteten den Vorfall und verständigten die Polizei. Diese traf tatsächlich den Wirt und vier Gäste in der Kneipe an und erstellte Anzeige, bestätigte ein Sprecher des Rathauses Calvià gegenüber der MZ. Der Vorfall habe sich bereits am Donnerstag (19.3.) zugetragen.

Weder Hund noch Einkaufstaschen sind Passierscheine

Angesichts immer neuer Ausreden haben die Sicherheitskräfte auf Mallorca die Kontrolle der Ausgangssperre verschärft. Dabei werden auch Adressen von Wohnort und Arbeitsplatz überprüft. "Ein Hund ist kein Passierschein", erinnert Alejandro Becerra von der spanischen Nationalpolizei auf Mallorca gegenüber dem "Diario de Mallorca". Immer wieder treffe man Leute, die lange Spaziergänge machten. Erlaubt sei aber nur das Ausführen der Hunde, damit diese ihre Geschäfte verrichten könnten.

In Extremfällen habe man sogar Leute im Auto angehalten, die ihren Hund mitführten und argumentierten, man wolle diesen an einer anderen Stelle ausführen. Tatsächlich waren die Insassen im Auto wohl unterwegs, um Drogen zu kaufen, vermutete die Polizei.

Auch mitgeführte Einkaufstaschen legitimieren nicht dazu, sich frei in der Stadt zu bewegen oder spazieren zu gehen. Die Beamten überprüfen die Wohnorte der kontrollierten Personen und fragen auch, welcher Supermarkt in direkter Nähe liege. Manche Geschäfte legen den Kunden nahe, die Kassenbons nach dem Einkauf aufzubewahren, um bei einer Kontrolle den Aufenthalt auf der Straße rechtfertigen zu können. Ein Polizeisprecher stellte jedoch klar, dass das Aufheben des Bons nicht notwendig sei. Man finde auch so heraus, ob sich jemand berechtigt oder unberechtigt auf der Straße aufhalte.

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Bordell-Besuch gilt auch nicht als Ausrede

Manche Ausreden wirken besonders dreist: So erklärte einer der Personen bei einer nächtlichen Kontrolle auf der Straße, er habe ein dringendes sexuelles Bedürfnis und sei auf dem Weg in ein Bordell. Das Aufsuchen von Prostituierten zählt nicht zu den zugelassenen Ausnahmen des Ausgangsverbots, stellte die Polizei klar und zeigte den Mann an.

Festnahmen und Kontrollen

Einen betrunkenen Mann, der wiederholt in einen Supermarkt ging, um Bier zu kaufen und dabei andere Kunden um Geld anzubetteln, ohne den Sicherheitsabstand einzuhalten, musste die Nationalpolizei am Montag (23.3.) vorübergehend festnehmen. Ein anderer Mann gab vor, er sei auf der Straße, weil er eine Telefonkarte kaufen wolle. Als er sich ausweisen sollte, zeigte er zunächst einen fremden Ausweis vor und versuchte dann zu flüchten. Auch diese Person wurde vorzeitig festgenommen.

Die Polizei Palma stellt täglich rund 80 bis 100 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Ausgangssperre. Am Montag (23.3.) waren auf den Balearen-Inseln insgesamt 300 Streifen unterwegs. Sie überprüften auf den Straßen 5.000 Personen in ihren Fahrzeugen.  /tg

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