21. April 2020
21.04.2020
Mallorca Zeitung

Ministerpräsidentin antwortet auf Brandbrief deutscher Immobilienbesitzer auf Mallorca

Regeln für das Aufsuchen des Zweitwohnsitzes müssten für alle Bürger unabhängig von ihrer Nationalität gelten. Man arbeite gemeinsam mit Zentralregierung an Rückkehr zur Normalität

21.04.2020 | 11:29
Francina Armengols Priorität ist vor allem: Leben retten.

Francina Armengol hat schon geantwortet: Die balearische Ministerpräsidentin hat am Dienstagvormittag (21.4.) ein recht ausführliches Schreiben an zahlreiche, vor allem deutsche Immobilienbesitzer und Unternehmer auf Mallorca verschickt. Darin schließt sie Ausnahmen von der Ausgangssperre für einzelne Nationalitäten aus. Zugleich versichert sie, dass man sich um eine allmähliche Rückkehr zur Normalität nach Beendigung des Alarmzustands in Spanien bemühe.

Das Schreiben ist die Antwort auf die massenhafte Einsendung eines Brandbriefes, den der deutsche Unternehmer Ralf Becker initiiert hatte. Darin fordert Becker Armengol auf, ausländische Zweithausbesitzer unmittelbar nach dem Alarmzustand wieder auf die Insel zu lassen und beim spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez darauf hinzuwirken, dass der Alarmzustand nicht bis zum 9. Mai verlängert werde. 

Spanien ist nicht Deutschland

Die Ministerpräsidentin geht zu Beginn des sehr allgemein gehaltenen Schreibens, das der MZ vorliegt, auf die engen und über Jahrzehnte gewachsenen Beziehungen zwischen Mallorca und Deutschland ein. Man sei nicht nur in geschäftlich, sondern auch familiär, freundschaftlich und kulturell eng miteinander verbunden.

Nach einem Verweis auf die europaweiten "drastischen" Einschränkungen betont Armengol, dass es an der spanischen Regierung sei, die Bedingungen festzulegen, unter denen sich die Bürger in Spanien bewegen dürfen. Diese Auflagen (und ihre Ausnahmen) würden für alle gelten, "unabhängig davon, welche Nationalität sie haben oder woher sie kommen." Tatsächlich dürfen auch Mallorquiner etwaige Zweitwohnungen und Fincas zurzeit nicht aufsuchen. 

Immer noch Flüge

Weiter erläutert Armengol die Möglichkeiten für Residenten, die Insel auch weiterhin erreichen zu können. Man habe gemeinsam mit Madrid für Flug- und Schiffsverbindungen gesorgt, die all jenen, die ihren Erstwohnsitz auf Mallorca haben, die Rückkehr auf die Insel ermögliche. Auf Mallorca könnten sie sich dann, wie auch alle anderen Bewohner, im Rahmen der Auflagen des Alarmzustandes bewegen. 

Eine Exit-Strategie sei in Vorbereitung, so die Ministerpräsidentin. "In diesem Moment arbeitet die Zentralregierung genauso wie die Landesregierung an Plänen, um langsam zur Normalität zurückzukehren, wenn der Alarmzustand aufgehoben sein wird." Dabei gehe allerdings die Sicherheit vor und das Bestreben, das Virus nicht wieder weiter zu verbreiten.

Im letzten Absatz dankt Armengol Becker für die beigesteuerten Ideen und drückt die Hoffnung aus, möglichst bald wieder zu wirtschaftlichem Wachstum zurückkehren zu können.

Becker hatte den Brief am Samstagabend (18.4.) an Armengol geschickt und am Sonntag die Vorlage an rund 400 Bekannte und Kunden weitergeleitet. Mehr als die Hälfte, so schätzt Becker, haben die Vorlage verwendet und ihrerseits, teilweise leicht abgewandelt an Armengol geschickt. /jk

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