27. April 2020
27.04.2020
Mallorca Zeitung

Einblicke in die Intensivstation des Krankenhauses Son Espases

Wie 234 Pfleger, Aushilfen und Labormitarbeiter sowie 24 Ärzte um das Leben der Corona-Patienten kämpfen

27.04.2020 | 18:28
Einblicke in die Intensivstation des Krankenhauses Son Espases

Das Landeskrankenhaus Son Espases in Palma de Mallorca ist eines der Hospitäler in Spanien mit der niedrigsten Todesrate bei Covid-19-Patienten. Von bislang 50 Infizierten, die auf die Intensivstation kamen, sind neun gestorben, 19 sind bereits geheilt und entlassen. Ameisengleich, scheinbar chaotisch wuseln Ärzte und Pfleger hier umher. Doch sie alle wissen genau, was zu tun ist, sie alle haben ein Ziel: das Virus zu besiegen.

85 Prozent der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation liegen im Koma und sind an Beatmungsgeräte angeschlossen. Insgesamt verfügt das größte Krankenhaus der Insel derzeit über 44 Intensivbetten, das sind 12 mehr als vor Beginn der Krise.

Bisher habe sich niemand des medizinischen Personals mit dem Virus infiziert, sagt Koordinatorin Celia Sánchez. 234 Pfleger, Aushilfen und Labormitarbeiter und 24 Ärzte sind im Schichtdienst rund um die Uhr im Einsatz. Die nervliche Belastung ist enorm, Psychologen stehen den Mitarbeitern bei. 

Die Covid-19-Patienten können keine Besuche von Angehörigen empfangen. Die engste Familie wird jedoch angerufen, wenn der Tod kurz bevorsteht. Dann können sich die Angehörigen hinter einer Glasscheibe verabschieden. "Wenn wir anrufen, wissen wir aber eigentlich schon, dass die Angehörigen zu spät kommen werden", bedauert Sánchez. 

Das Krankenhaus erwägt deswegen derzeit, Besuche auch dann zu erlauben, wenn es nicht um den Abschied des Patienten geht - immer hinter der Glasscheibe natürlich. Mit einer Sterblichkeit von 18 Prozent steht die Intensivstation von Son Espases laut der Ärzte im Landesschnitt mit am besten da. Kritisch sei der Zustand einiger älterer Patienten, die bereits sehr lange auf der Station liegen.

Im Schnitt liegen die Corona-Patienten auf der Intensivstation von Son Espases etwa drei Wochen. Eine Frau war bereits nach acht Tagen so weit, dass sie in ein Zimmer verlegt werden konnte. Ein anderer Patient liegt seit 34 Tagen auf der Intensivstation. Diejenigen, die nach langer Zeit wieder aus dem Koma erwachen, können sich zunächst nicht bewegen. Physiotherapeuten leiten dann gemeinsam mit den Krankenpflegern die Reha ein. /jk

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