16. Mai 2020
16.05.2020
Mallorca Zeitung

Baulärm ärgert die Gastronomen an der Promenade in Cala Ratjada

Staub, Lärm, erschwerter Zugang: Die Verzögerung der Umgestaltung der Promenade in Cala Ratjada macht die Wiedereröffnung der Außenbereiche der Cafés nicht einfacher. Es gibt aber auch Verständnis für die Maßnahmen

16.05.2020 | 01:00
Kein Sommerwetter, eine abgesperrte Promenade und dann auch noch Baulärm.

Während sich in Palma de Mallorca und vielen Dörfern der Insel seit Montag (11.5.) die Bewohner wieder mit Freunden und Verwandten auf den Terrassen ihrer Lieblingscafés treffen, müssen sich Passanten und Gastronomen an der Uferpromenade von Cala Ratjada noch etwas gedulden. Dabei dürfen auch sie mit Beginn der Phase 1 der Exit-Strategie die Außenbereiche ihrer Lokale öffnen, theoretisch.

Die Praxis sieht derzeit anders aus: Bauarbeiten für die Reparatur der vom Sturm Gloria zerstörten Küstenpromenade des Ortes an der Nordostküste und die seit Jahren geplante Umgestaltung der Zone mit neuen Bodenbelägen, einer neuen Beleuchtung und mehr Ruhezonen mit öffentlichen Bänken erschweren die Eröffnung der Terrassenbereiche für einige Gastronomen derzeit zusätzlich.

Simone Wenk etwa betreibt seit elf Jahren das Restaurante del Mar. Da an der Promenade von 7 bis 15 Uhr die Bauarbeiter werkeln würden, falle wegen des Lärms das komplette Frühstücks- und Mittagsgeschäft der Schweizerin weg. Danach wäre es zumindest still. "Die Menschen möchten am Meer sitzen und die Sonne genießen. Durch die Lage im Nordosten ist die Sonne aber im Frühling zwischen 16 und 17 Uhr schon wieder weg an der Meerespromenade. Es lohnt sich für uns also gar nicht, das Geschäft offen zu haben", sagt Wenk.

Sperrung und Ausgangssperre


Am Restaurante del Mar gebe es auch deswegen gar keinen Besucherzulauf, da die Promenade aus Sicherheitsgründen abgesperrt sei, etwa wegen Steinfalls, und viele potenzielle Besucher noch denken würden, dass sie weiterhin zwischen 10 und 20 Uhr zu Hause bleiben müssten.

Wenk betreibt noch das Canyamar, ein Beachhotel mit Restaurant in Canyamel, sowie Heidis Schnitzelhütte in Cala Ratjada. "Wir haben uns damals überlegt, welches der drei Geschäfte wir aufmachen wollen und uns für das Restaurante del Mar entschieden, da unsere Kunden nach der langen Quarantäne-Zeit wohl am liebsten am Meer sitzen wollen", so Wenk. Schnell sei klar geworden, dass sich wegen der Bauarbeiten lediglich die Öffnung des am Park vom Rathaus gelegenen Lokals Heidis Schnitzelhütte lohne, wenn auch mit wenig Personal.


Lärm, Staub: keine guten Bedingungen, um zu öffnen


Auch Dominik Ben besitzt zwei Lokale in dem beliebten Ferienort Cala Ratjada und hat sich wegen der Bauarbeiten entschlossen, am Freitag (15.5.) nur das direkt am Son-Moll-Strand gelegene Coco Beach House zu öffnen. Das von dort aus in Richtung Hafen laufend an der Promenade gelegene Euforia Tapas ist noch geschlossen. "Die Baustelle liegt direkt vor dem Lokal. Es ist laut und überall ist Staub, was ja auch normal ist bei Bauarbeiten dieser Art. Unter diesen Bedingungen traue ich mich dennoch nicht, mit 45 Angestellten den Betrieb aufzunehmen", sagt Ben.

Mit dem Chef der Baufirma habe er bereits mehrmals gesprochen und ihn gefragt, wann die Arbeiten beendet sein werden. "Er konnte mir kein konkretes Datum nennen", so Ben. "Ich glaube, dass wir Betreiber von Lokalen an der Promenade uns zusammentun und mit den Verantwortlichen im Rathaus sprechen müssen. Für uns entstehen gerade ja auch Kosten", so Ben, der jedoch auch recht verständnisvoll hinsichtlich der Verzögerung der Arbeiten ist.

Niemand hat Schuld


Wenig verärgert reagiert beim MZ-Anruf Andreas Schweighofer von Mama Pizza. Jemanden für die Verzögerung und die Konsequenzen verantwortlich zu machen, bringe nichts. Schließlich mussten die Bauarbeiter ihre Arbeit wegen der Coronavirus-Krise durch die Bestimmungen der spanischen Regierung gezwungenermaßen einige Zeit lang einstellen. Auch sein Lokal liegt in unmittelbarer Nähe zur Baustelle. Selbst, wenn die Bauarbeiten bereits abgeschlossen wären, ist er sich unsicher, ob er es geöffnet hätte.

"Die meisten Menschen haben nun gar kein Geld. Was sollen die also bei uns für 80 oder 100 Euro essen gehen? Wir sind ja nicht die billigsten", so Schweighofer. Auch beim momentanen Wetter seine Terrasse zu öffnen, damit seine Kunden dort essen können, hält er nicht für sinnvoll. "Ich sehe seit 33 Jahren, dass das nicht der Renner ist, dort um 21 Uhr oder 22 Uhr abends zu essen. Es ist kühl und feucht, man sitzt direkt am Wasser", so Schweighofer. Ein angenehmes Ambiente für die cena sehe anders aus.

Vorbereitungen für Phase 2


Phase 2, in der dann auch die Innenbereiche geöffnet werden könnten, sei für ihn schon deutlich interessanter, trotz der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen, die "extrem ins Geld gehen" würden. "Dann haben wir halt draußen die Baustelle, na und", sagt Schweighofer, der plant, sein Lokal Ende Mai wieder zu eröffnen. "Man weiß ja noch nicht, was bis dahin alles so passiert. Wir brauchen etwa eine Woche Vorbereitungszeit für die Bestellungen, Lieferungen und so weiter."

Ein anderer Lokalbetreiber, der lieber anonym bleiben möchte, ist von der Sperrung und den Arbeiten an der Promenade nur teilweise betroffen. "Ich habe zum Glück Nebeneingänge, die nicht gesperrt sind." Er hofft dennoch, dass an der Promenade bald ein Zugang gelegt wird, damit Passanten von morgens bis abends dort entlang laufen und alle Lokale erreicht werden können, auch wenn er nur einen Meter breit ist", so der Betreiber. 

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