22. Mai 2020
22.05.2020
Mallorca Zeitung

Mallorca in der Phase 2 - das ist jetzt alles erlaubt

Seit Montag (25.5) sind Mallorca, Menorca und Ibiza in Phase 2. Was alles wieder geht

22.05.2020 | 16:24
Entspannen am Strand wird wieder erlaubt sein.

Mallorca, Menorca und Ibiza sind am Montag in die Phase 2 auf dem Weg zur "neuen Normalität" übergetreten. Dsa hatte das Komitte des Gesundheitsministeriums am Freitag (22.5.) in Madrid empfohlen. Viele Aktivitäten, die in den vergangenen Wochen verboten waren, sind nun wieder erlaubt. 

Strand und Sport

Darauf freuen sich viele Mallorquiner seit Beginn der Ausgangssperre: Die leeren Strände einmal im Leben ohne Urlauber für sich allein zu genießen. In Phase eins durfte man Sand und Wasser nur für Spaziergänge und sportliche Aktivitäten nutzen. Ab Phase zwei – das gilt zumindest als sehr wahrscheinlich – sind auch wieder das Sonnenbad und Abspannen am Strand sowie das Spielen und Planschen im Wasser erlaubt. 

Die Sicherheitsmaßnahmen, um den Mindestabstand zu gewährleisten und Ansteckungen zu verhindern, werden noch bekannt gegeben.

Auch Schwimmbäder und Fitnesszentren öffnen wieder, allerdings dürfen sie ihre Kunden nur nach Voranmeldung empfangen. Es gilt ein Limit von 30 Prozent der sonst zulässigen Personenzahl. In den Umkleiden gelten besonders strenge Hygiene-Vorkehrungen. Sie bleiben wohl geschlossen.

Gastronomie und Hotels

Bars und Restaurants dürfen neben den Außenbereichen ab Phase zwei auch Gäste im Innern bedienen. Die Theke bleibt leer, der Einlass bleibt auf 50 Prozent der sonst zulässigen Gästezahl beschränkt, wie Francina Armengol am Sonntag (24.5.) ankündigte - geplant waren zunächst 40 Prozent. Hotels dürfen Zimmer vermieten und in Phase zwei nun auch die Gemeinschaftsbereiche – unter strengen Auflagen – wieder öffnen. Da noch niemand die Insel besuchen darf, bleiben die meisten Häuser wohl zunächst zu.

In einigen Dörfern der Insel werden Restaurants schon am Wochenende vorher (23./24.5.) wieder Tische in den Innenräumen bewirtschaften. Das liegt an einer Verordnung, die am Freitag (22.5.) erlassen wurde, die ländlichen Regionen in Spanien bereits einige Freiheiten gewährt, die eigentlich erst für die Phase 2 vorgesehen sind. In Ortschaften mit bis zu 10.000 Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von weniger als 100 Bewohnern pro Quadratkilometern dürfen Gastronomen im Innern wieder bis zu 40 Prozent der Tische aufstellen. Genaueres ist nicht bekannt. 

Einzelhandel

Die bislang geltende Beschränkung auf Läden mit bis zu 400 Quadratmeter Verkaufsfläche fällt weg. Einkaufszentren öffnen sich dem Publikum, wenn auch nur für maximal 30 Prozent der sonst üblichen Kundenzahl. In den jeweiligen Läden wird die Kundschaft auf 40 Prozent der sonst erlaubten Zahl beschränkt. Kunden über 65 Jahre müssen zu bestimmten Zeiten bevorzugt bedient werden.

Freizeit und Kultur

Kinos und Theater öffnen ihre Türen, wenn auch nur jede dritte Platzkarte verkauft werden darf, maximal 50 Personen sollen im Innern zusammenkommen. Im Freien gilt ein Limit von 400 Personen. Auch die Museen können öffnen.

Bewegungsfreiheit

Die Menschen können sich inselweit wieder frei bewegen, um alle genannten neuen Tätigkeiten auszuüben, wie es in der Verordnung für Formentera heißt. Das Verlassen oder Besuchen der Insel ist weiterhin nur in Ausnahmefällen erlaubt. Bei Treffen dürfen bis zu 15 statt bislang 10 Personen zusammenkommen, immer unter Einhaltung des Mindestabstands. 

Die Vorgaben für Spaziergänge mit Kindern werden ab Montag (25.5.) für alle Regionen ab Phase 1 gelockert, wie es eine Verordnung im spanischen Gesetzblatt vom Samstag (23.5.) vorsieht. So dürfen nun auch offiziell beide Elternteile die Kinder beim Spaziergang begleiten - was in der Praxis ohnehin schon vielerorts zu sehen war.

Die zeitlichen Vorgaben für Spaziergänge und sportliche Betätigung entfallen ab Montag auch in größeren Gemeinden weitgehend. Senioren sollen aber in städtischen Gebieten weiterhin zwei für sie reservierte Zeiträume genießen können. Zwischen 10 bis 12 Uhr und zwischen 19 bis 20 Uhr dürfen sie dort spazieren gehen, ohne von Sportlern und jüngeren Spaziergängern gestört zu werden. In Ortskernen von weniger als 10.000 Einwohnern sind die zeitlichen Vorgaben bereits vollständig aufgehoben worden. Im Zweifelsfall informiert die jeweilige Gemeinde in ihren sozialen Netzwerken über die geltenden Uhrzeiten.

Jogger dürften die eigene Gemeinde verlassen, Spaziergänge seien wieder länger als einen Kilometer erlaubt, wie ein Sprecher der Delegation der Zentralregierung bestätigt. Die ­Paragrafen zum Kilometer-Limit für Spaziergänge und dem Gemeindegrenzen-Limit für Freizeitsportler wurden mit einer Verordnung vom Mittwoch (27.5.) auch offiziell getilgt. Individueller Freizeitsport ist jetzt beliebig oft am Tag sowie in Gruppen von bis zu zehn Personen zulässig, Mitbewohner nicht mitgerechnet. Es muss Abstand gehalten werden.  

Interpretationsspielraum gibt es hinsichtlich Wanderungen in der Tramuntana. Für "Aktivtourismus" gilt laut den Vorschriften, dass dieser nur in organisierten Gruppen erlaubt ist. Auf Nachfrage der MZ bei der Delegation der Zentralregierung am Montag (25.5.) heißt es, dass die Vorgaben "flexibel interpretiert" würden. Die Naturräume dürften auf den markierten Wegen besucht werden. 

Messen, Feiern und Tagungen

Die Kirchen werden wieder voller. Die Hälfte der Sitzplätze steht den Gottesdienstbesuchen wieder offen. Hochzeitsfeiern sind wieder erlaubt, allerdings mit maximal 50 Prozent der sonst zulässigen Besucherzahl des jeweiligen Veranstaltungsorts. Die Maximalzahl liegt bei 50 Gästen bei Feiern in geschlossenen Räumen und 100 Personen im Freien. Bei Trauerfeiern werden bis zu 15 Teilnehmer gestattet, im Freien bis zu 25. Tagungen werden bis zu einer Zahl von 50 Teilnehmern erlaubt, stets unter Einhaltung der Sicherheitsabstände.

Phasen und Alarmzustand

Die Exit-Strategie in Spanien sieht mehrere Phasen vor, die jeweils mindestens zwei Wochen dauern sollen. Die Regionalregierungen beantragen im Wochenrhythmus, welche Landesteile hochzustufen sind. Die Entscheidung trifft das spanische Gesundheitsministerium aufgrund von Ansteckungszahlen und der örtlichen Kapazität, Tests durchzuführen, Ansteckungen zurückzuverfolgen und Kranke zu versorgen.

Stark betroffene Metropolen wie Madrid und Barcelona sowie andere Landesteile verharrten bislang in der Phase null. Sie werden ab Montag mit der Phase 1 beginnen. 

Die kleine Balearen-Insel Formentera sowie einige Kanaren-Inseln sind ihrer Zeit jeweils eine Woche voraus und könnten am 1. Juni schon die dritte Phase erreichen. Bis Ende Juni sollen möglichst alle Landesteile Spaniens die Phase drei durchlaufen haben und damit die „neue Normalität" erreichen.

Als rechtliche Grundlage für die während der Phasen geltenden Einschränkungen stützt sich die Regierungskoalition aus Sozialisten und Linkspartei Podemos auf den Alarmzustand. Diesen will die Minderheitsregierung eigentlich bis zum 27. Juni verlängern lassen. Bislang gab es im Parlament nur eine Mehrheit für eine Verlängerung bis zum 7. Juni. /ff/tg/lk

Dieser Artikel stellt angesichts der ständigen Neuerungen und auch auftretenden Widersprüche keine rechtsverbindliche Beratung dar.

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