24. Mai 2020
24.05.2020
Mallorca Zeitung

Mallorca hofft auf baldiges Ende des Corona-Alarmzustands

Strände, Tourismus, Gastronomie: Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol hat am Sonntag (24.5.) einen Ausblick auf die weiteren Exit-Phasen gegeben

24.05.2020 | 15:25

Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Inseln schon früher den Alarmzustand hinter sich lassen könnten als andere Regionen in Spanien. Die kontrollierte Situation bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf den Inseln schaffe dafür eine gute Grundlage, so die Sozialistin auf einer im Regionalsender IB3 übertragenen Pressekonferenz am Sonntag (24.5.).

Vorangegangen war die wöchentliche Videokonferenz von Spanien-Premier Pedro Sánchez mit den Ministerpräsidenten der Regionen. Dabei hatte Sánchez angekündigt, dass mehrere Regionen "in den kommenden Tagen" den Alarmzustand verlassen könnten. Der Spanien-Premier habe aber keine konkreten Angaben hinsichtlich des Zeitplans und der Kriterien gemacht, so Armengol. Zuletzt war der Alarmzustand in Spanien bis zum 7. Juni verlängert worden. 

Zum Start der Exit-Phase 2 auf Mallorca am Montag (25.5.) warnte Armengol die Bürger, die Strände der Insel zu stürmen. "Wenn Sie an einem Strand den nötigen Sicherheitsabstand nicht einhalten können, suchen Sie bitte einen anderen Strand auf", so die Sozialistin. Menschenansammlungen müssten in jedem Fall vermieden werden, um die gute Entwicklung hinsichtlich der Corona-Fallzahlen nicht zu gefährden. Die Strände dürfen in Phase 2 erstmals wieder zum Baden und Sonnen aufgesucht werden, erlaubt sind Gruppen von bis zu 15 Personen.

Madrid soll bei Öffnung für Tourismus nachbessern

Ausländische Urlauber sind an den Stränden zunächst nicht vertreten, Armengol verwies aber erneut auf die Pläne, im Rahmen eines Pilotprojekts Ende Juni die ersten Touristen aus dem Ausland wieder auf Mallorca zu begrüßen. Die allgemeine Öffnung für den Tourismus, wie ihn Spanien-Premier Pedro Sánchez am Vortag für Anfang Juli angekündigt hatte, sei von zentraler Bedeutung für die Balearen-Wirtschaft, so die Ministerpräsidentin. Sie forderte von der Zentralregierung Anreize, um das Urlaubsgeschäft wieder in die Gänge zu bringen, etwa hinsichtlich der Flughafensteuern oder der Subventionierung von Fährtickets. Spanier auf dem Festland müssten die Möglichkeit haben, eine Reise auf die Balearen zu denselben finanziellen Bedingungen wie Reisen in andere Regionen des Landes zu buchen.

Denkbar seien auch subventionierte Reisen nach dem Vorbild des Senioren-Urlaubs-Programms Imserso. Da ältere Menschen zur Corona-Risikogruppe gehörten, seien andere Zielgruppen wie Familien oder junge Leute denkbar.

Nachbessern müsse Madrid zudem bei den Regelungen zur Kurzarbeit (ERTE). Hier seien flexible Lösungen gefragt, damit Unternehmer Anreize hätten, einen Teil ihrer Mitarbeiter schnell wieder zu beschäftigen. Als Beispiel nannte Armengol ein Unternehmen, das zunächst nur den Betrieb seines Restaurants, aber nicht seines Hotels wieder aufnehme.

Detailbestimmungen für Phase 2

Hinsichtlich der Lockerungen in Phase 2 konkretisierte die Ministerpräsidentin Regelungen, über die die Landesregierung direkt entscheiden kann. So dürfen Restaurants auf Mallorca ab Montag (24.5.) nicht nur im Außenbereich, sondern auch im Innern bis zu 50 Prozent der sonst zulässigen Gäste bedienen. Denselben Prozentsatz hat die Linksregierung für den Besuch von Museen festgelegt, die ebenfalls am Montag wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Entscheiden muss Madrid noch über die Mobilität zwischen den Balearen-Inseln. Diese sind zwar zusammen eine Provinz, werden aber beim Corona-Exit als jeweils eigene Verwaltungseinheiten betrachtet. Die Balearen-Regierung will erreichen, dass die Mobilität beim Flug- und Fährverkehr zwischen den Inseln schon jetzt wieder zu 100 Prozent hergestellt wird, so wie auch innerhalb anderer Provinzen in Phase 2. 

Die Ministerpräsidentin wiederholte ihren Appell an die Bevölkerung, weiterhin das Risiko einer Infektion nicht zu unterschätzen und alle Sicherheitsvorkehrungen streng einzuhalten. Speziell sprach die Politikerin die jungen Leute an. Auch wenn sie zum Teil keine Symptome entwickelten, trügen sie Verantwortung für die Gesundheit ihrer Eltern und Großeltern.

Die Phase 2 auf Mallorca wird mindestens zwei Wochen dauern, ebenso wie die folgende Phase 3. Ende Juni könnte Mallorca dann den Corona-Exit hinter sich lassen und in die "neue Normalität" starten, wie es Spanien-Premier Sánchez bei der Vorstellung des mehrstufigen, regional unterschiedlichen Exit-Programms genannt hatte.  /ff

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