10. Juni 2020
10.06.2020
Mallorca Zeitung

Kungelei-Vorwurf bei Arbeiten an Promenade in Cala Ratjada

Nach Gastwirten und Umweltschützern kritisieren nun auch Oppositionelle im Rathaus von Capdepera die Baumaßnahmen. Der Bürgermeister soll kurzerhand die gleiche Firma beauftragt haben, die auch sein Privathaus instand hält

10.06.2020 | 11:48
Bürgermeister Rafael Fernández weist die Kritik von Umweltschützern und Oppositionellen zurück

Die Kritik an den Bauarbeiten an der Meerespromenade von Cala Ratjada im Nordosten von Mallorca geht weiter: Nachdem die Umweltschutzorganisation GOB in der vergangenen Woche die Verantwortlichen im Rathaus von Capdepera bei der Küstenbehörde angezeigt hat, weil diese angeblich illegale Baumaßnahmen veranlasst hätten, hat nun auch die Opposition im Rathaus Unregelmäßigkeiten beklagt. Wie Sprecher der Parteien Més, PP und Unides Podem am Dienstag (9.6.) verlauten ließen, habe der amtierende Bürgermeister Rafel Fernández (PSOE) die Notfallreparaturen nach dem Sturm "Gloria" einfach bei der Baufirma in Auftrag gegeben, die auch an seinem privaten Wohnhaus immer wieder Renovierungsarbeiten übernimmt. "Das ist verwerflich und unethisch, egal ob es auf legaler Basis geschieht oder nicht", betonen die Oppositionellen.

Fernández streitet die Vorwürfe gegenüber der Presse ab. Er sei "enttäuscht" darüber, dass die Opposition "mit privaten Dingen spiele". "Der Bauauftrag wurde nicht wahllos vergeben, die Notfallmaßnahmen erlauben eine Schnellzuweisung der Arbeitsaufträge, und genau das haben wir getan." An zwei Abschnitten der Promenade seien Arbeiter am Werk - auch der Abschnitt vom Hafen bis zum Cala-Gat-Strand ist betroffen -, und dafür habe man zwei unterschiedliche Firmen beauftragt. Die Firma, die er in der Vergangenheit auch im Privaten beauftragt hatte, sei "die einzige mit ausreichender Infrastruktur, um die Arbeiten von einem auf den anderen Tag zu beginnen." Er sei mit der Baugenehmigung aus Madrid gekommen, und am Tag darauf seien die Maßnahmen bereits gestartet. "Nicht alle Firmen können so schnell anfangen."

Im vergangenen März hatte das Rathaus von Capdepera den Startschuss für umfangreiche Reparaturen am Paseo Marítimo gegeben, laut den politischen Gegnern "ohne öffentliche Ausschreibung", obwohl es sich um Kosten von mehr als 1,2 Millionen Euro handele. Immer wieder war in den vergangenen Wochen Kritik von verschiedenen Seiten laut geworden: Gastwirte der an der Promenade liegenden Cafés und Restaurants hatten sich beschwert, dass auf dem Abschnitt zwischen dem Café Noahs und dem Son-Moll-Strand täglich bis 15 Uhr Passanten das Flanieren am Meer entlang wegen der Arbeiten untersagt ist. Die Umweltschutzgruppe GOB hatte zuletzt angeprangert, dass im Zuge der Notfallreparaturen angeblich nicht nur Stellen ausgebessert würden, die durch den Sturm "Gloria" im Januar kaputt gegangen waren, sondern das Rathaus die Chance genutzt habe, umfassende Arbeiten an Stellen anzugehen, die bei dem Unwetter unberührt waren, und der Paseo derzeit "heimlich" verbreitert werde, ohne dass dafür Genehmigungen vorlägen. Diese Vorwürfe wies Fernández als Lüge zurück. /somo

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