28. Juni 2020
28.06.2020
Mallorca Zeitung

Krankenhäuser auf Mallorca müssen mit 112 Betten weniger auskommen

Die Erfahrung zeigt, dass im Fall eines erneuten Ausbruchs des Coronavirus schnell neue Betten benötigt werden

28.06.2020 | 11:19
Am Flughafen überwachen Angestellte eines privaten Gesundheitsversorgers die Temperatur bei den Reisenden.

Die Verantwortlichen des balearischen Gesundheitssystems IB Salut haben sich zu einer Reduzierung der Betten in den Krankenhäusern auf Mallorca entschlossen. Laut der Pflegevereinigung SATSE stehen bereits 112 Betten weniger zur Verfügung. 76 Plätze davon in Son Espases, 36 im Krankenhaus Son Llàtzer. Die Gewerkschaft kritisierte den Abbau.

Dabei ist die Maßnahme in den Sommermonaten nicht unüblich, da viele Ärzte und Beschäftigte des Pflegepersonals Urlaub machen. Auch jetzt sei die Erholung des Personals nach den anstrengenden Pandemie-Tagen dringend nötig, hieß es seitens von IB Salut. Die Reduzierung der Betten würde nicht bedeuten, dass man auf einen erneuten Ausbruch der Covid-19-Krankheit nicht vorbereitet sei.

Erst kürzlich hatte die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" versichert, dass auch im Sommer 1.000 Krankenhausbetten zur Verfügung stehen, um eine mögliche zweite Welle der Infektionen behandeln zu können. Außerdem habe man im April 688 Einstellungen im Gesundheitsbereich vorgenommen, das Personal würde auch weiter zur Verfügung stehen, um die Sommerferien abzudecken. Am Flughafen werden diese Mitarbeiter nicht eingesetzt, dort hat der Flughafenbetreiber AENA für die Fiebermessungen medizinisches Personal eines privaten Anbieters eingestellt.

Derzeit geben die Coronavirus-Zahlen keinen Anlass zur Sorge. In Son Espases werden acht Patienten mit dem Coronavirus behandelt, einer davon auf der Intensivstation. Von Freitag auf Samstag gab es drei neue Covid-19-Fälle, die Zahl der Toten stagniert auf den Balearen bei 266.

Probleme bereiten dem Gesundheitssystem allerdings die lange Warteliste von Patienten, die wegen des Ausbruchs der Pandemie nicht zum Arzt gehen konnten. 27.268 Menschen auf den Balearen warten derzeit auf einen Termin beim Arzt, 12.698 auf einen chirurgischen Eingriff. Im Mai vor einem Jahr betrug die durchschnittliche Wartezeit auf einen Operationstermin 72,5 Tage, jetzt sind es 139 Tage. Um einen Facharzt zu sehen, muss 78,6 Tage gewartet werden, vor der Pandemie waren es 32,2 Tage. /lk

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