02. Juli 2020
02.07.2020
Mallorca Zeitung

Auch der FKK-Strand El Mago auf Mallorca gehört jetzt britischen Milliardären

Website schlüsselt auf, welche über 6 Kilometer Küste Mallorcas in der Hand der Reuben Brothers sind

02.07.2020 | 15:06
Als FKK-Strand bekannt: El Mago.

Zu den von den britischen Investoren-Brüdern Simon und David Reuben auf Mallorca aufgekauften Ländereien gehört auch der mit bekannteste FKK-Strand der Insel: El Mago (Gemeinde Calvià). Das geht aus der unlängst aktualisierten Website ihrer Unternehmensgruppe hervor. Demnach besitzen die beiden Milliardäre die westlichste Spitze der Bucht von Palma, zwischen dem Leuchtturm von Cala Figuera und dem Hafen von Portals Vells. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um einen fünf Kilometer langen Küstenstreifen.  

El Mago gehört zu den wenigen Stränden auf Mallorca, wo auch offiziell FKK praktiziert wird. In der schlauchförmigen kleinen Bucht, zu der es auch noch ein benachbartes Pendant gibt (Caló dels Reis) befindet sich eine Strandbar. El Mago ist auch für einen Film bekannt: In dem 1968 hier gedrehten und eigentlich in Griechenland spielenden "Der Magus" sind unter anderem Anthony Quinn und Michael Caine zu sehen. 

Bereits am Donnerstag (2.7.) war durch eine Pressemitteilung bekannt geworden, dass die Reuben Brothers an der Ostküste ein weiteres Grundstück südlich der Cala Romántica erworben haben. Dabei handelt es sich laut Website um einen 86,3 Hektar großen und zwei Kilometer langen Küstenstreifen bei Cala Antena. Insgesamt besitze man nun auf Mallorca über 900 Hektar, so die Mitteilung, in der keine Angaben über den Kaufpreis gemacht werden.

Den in Indien geborenen Brüdern gehört somit ein beträchtlicher Teil des unbebauten Küstenstreifens zwischen der Cala Romántica im Norden und Cales de Mallorca im Süden. Die Reuben Brothers hatten bereits zuvor Ca'n Forteza Fresquet südlich der Cala Romántica erworben. Dieses Grundstück stand jahrelang zum Verkauf, ein Immobilienunternehmen rief dafür 5 Millionen Euro auf.

Ernsthafte Interessenten fanden sich trotz des spektakulären Küstenzugangs und gleich mehrerer Privathöhlen wie etwa der Cova des Pirates nicht. Das mag auch an den Nachteilen des Grundstücks gelegen haben: Die Zufahrt führt an einer Hotelanlage entlang, auf dem Gelände befindet sich eine Kläranlage, und das Haupthaus steht in einer Niederung ohne Meerblick.

Ein Pressesprecher hatte bereits im vergangenen August diverse Landkäufe in dem Gemeinden Manacor, Capdepera und Artà bestätigt. Auf der Website ist nun von 215 Hektar und 1,3 Kilometer Küste bei Cala Mesquida die Rede sowie von weiteren 120 Hektar und über 1 Kilometer Küstenstreifen bei Betlem. Zu letzteren Ländereien gehörten auch "sandige Strände, natürliche Höhlen, ein Leuchtturm und ein Yachtanleger". 

Was wollen die Reuben Brothers mit ihren Meeresgrundstücken? Auf ihrer Website werden die Ländereien in der Kategorie „Pre-Development Land" geführt, also als „noch zu entwickelndes Land" geführt.  Interviewanfragen bleiben unbearbeitet, der Sprecher des Unternehmers antwortet auf MZ-Nachfrage nur mit einem einzigen Satz: „Die Reuben Brothers glauben mit dieser Investition an die langfristige Zukunft der Insel."

Umweltschützer warnen bereits vor Bebauung und touristischer Nutzung, doch Beobachter halten das zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt für unrealistisch: Sämtliche dieser bislang noch weitgehend unberührten und mit Buschwerk übersäten Küstengrundstücke stehen unter vielfachem Schutz.

Ob dort auch nur eine einzige neue Villa entstehen darf, ist zweifelhaft. „Und die Auflagen werden in Zukunft nicht weniger, sondern immer mehr", wie ein Regierungsmitarbeiter im August unterstrich. „Der Sinn des Kaufes erschließt sich mir nicht wirklich, dieses Gebiet ist außerdem Teil der geplanten Erweiterung des Naturparks Llevant", wunderte sich auch der Bürgermeister von Capdepera, Rafel Fernández, über den Kauf von Son Mesquida de Baix.

Die Reuben Brothers investieren schon seit Jahren auf Ibiza - und kaufen auch hier weiter hinzu. Die Pressemitteilung von Donnerstag bestätigt, dass sie Ende 2019 dort das Hotel Pacha erworben haben. Zuvor hatten Simon und David Reuben schon vier Kilometer Küste an der Cala Bassa, der Platga de Comte und Es Penyal gekauft. Zu diesen 166 Hektar kamen 2017 noch einmal 26 Hektar in Sant Antoni hinzu. Das Gesamtinvestment auf Mallorcas Nachbarinsel könnte sich auf über 45 Millionen Euro belaufen.

Die Brüder machten zunächst mit Teppichen und Metall-Recycling ihr Geld. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion investierten sie in russische Minen. Die Reuben Brothers waren zeitweise die größten ausländischen Investoren in Russland, ihr Konzern galt als der drittgrößte Aluminiumproduzent der Welt.

Im Jahr 2000 zogen sie sich aus Russland zurück und begannen, verstärkt in Immobilien und Erschließungsvorhaben zu investieren. Zu ihren weiteren Interessen gehören laut Konzern-Website unter anderem Datenspeicher-Zentren, Pferderennbahnen, Pub-Ketten, Sportflughäfen und Medien. Die „Sunday Times" schätzt ihr Vermögen auf 18,7 Milliarden Pfund (20,2 Milliarden Euro). Damit wären sie die zweitreichste Familie im Vereinigten Königreich.

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