06. Juli 2020
06.07.2020
Mallorca Zeitung

Corona: Patienten auf Mallorca kritisieren übertriebene Sicherheitsprotokolle

Zwei Betroffene schildern, wie die Covid-19-Diagnose aufrecht erhalten wurde, obwohl alle Tests negativ ausfielen

06.07.2020 | 08:47
Patienten im Krankenhaus auf Mallorca.

Mehrere Patienten auf Mallorca hinterfragen die Sicherheitsprotokolle, die auf der Insel gelten, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen. Insbesondere wird zum Teil Quarantäne für Menschen mit erhöhter Temperatur angeordnet, obwohl die Tests auf das Coronavirus negativ ausfallen, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Montag (6.7.) anhand von zwei Fallbeispielen berichtet.

"Mir erscheint das alles absurd. Ich glaube, sie sind ein bisschen hysterisch geworden mit den Protokollen zum Coronavirus, die ziemlich lächerlich sind. Die Ärztin hat darauf bestanden, dass ich Covid-19 habe und ich musste mich verkriechen, als ob ich ein Basilik wäre. Ich habe das Gefühl, dass sie nicht richtig zuhören können, dass sie der Panik verfallen sind", erklärt Cati, die einen Frisörsalon in Manacor führt.

Cati schildert ihre Geschichte: An einem Donnerstag habe sie wegen Magendarm-Problemen und leicht erhöhter Temperatur den Laden geschlossen, um nach Hause zu fahren. Am Folgetag telefonierte sie mit ihrer Hausärztin im Gesundheitszentrum. Diese habe ihr gesagt, sie solle wegen des Fiebers besser vorerst nicht das Haus verlassen und am Montag erneut anrufen.

Als die erhöhte Temperatur auch am Montag anhielt, wurde Cati ins Gesundheitszentrum gebeten, um einen Coronatest zu machen. Und obwohl das Testergebnis noch nicht bekannt war, ordnete die Behörde eine 14-tägige Ausgangssperre wegen Coronavirus an. Besonders verstörend fand Cati diese Vorschrift, als die Quarantäne und damit das Schließen ihres Frisörsalons auch aufrechterhalten blieb, als zwei Tage später das Testergebnis bekannt wurde: Es war kein Hinweis auf das Coronavirus festgestellt worden. Auch ein zweiter Test fiel negativ aus. Die Symptome wurden erst besser, als sie ein Antibiotikum nahm.

Nach zwei Wochen Quarantäne fiel dann wie erwartet auch der dritte Test negativ aus. Als man ihr dann wörtlich gratulierte "herzlichen Glückwunsch, Sie sind frei vom Coronavirus", platzte Cati der Kragen: "Warum musste ich meinen Laden zwei Wochen lang zumachen, obwohl die Tests alle negativ ausfielen?" Und damit verbunden tauchten bei ihr weitere Fragen auf: Warum hätten sie ihren Mann nicht getestet, wenn sie schon davon ausgingen, dass es Covid-19 war?

Das "Diario" beschreibt einen zweiten ähnlichen Fall. Maria berichtet darüber, wie ihr Sohn mit Coronavirus-Befund krankgeschrieben wurde und nicht zur Arbeit gehen durfte, obwohl die Tests negativ ausfielen. Selbst zusätzliche Untersuchungen bei Privatärzten hätten den negativen Befund bestätigt. Dennoch habe das öffentliche Gesundheitssystem an der Diagnose Covid-19 festgehalten. /tg

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