30. August 2020
30.08.2020
Mallorca Zeitung

Nach Unwetter: Balearen beantragen Erklärung zum Katastrophengebiet

Die Gewitterfront inklusive Windhose hatte am Samstag (29.8.) zahlreiche Bäume und auch Gebäude beschädigt. Besonders betroffen sind Banyalbufar, Esporles und Valldemossa

30.08.2020 | 12:46

Wegen der durch das Unwetter und der Windhose vom Samstag (29.9.) in den Gemeinden Banyalbufar, Valldemossa und Esporles entstandenen Schäden will die Balearen-Regierung in Madrid beantragen, dass die betroffenen Landstriche zum Katastrophengebiet erklärt werden. Würde ein solcher Antrag genehmigt, bestünde Anspruch auf staatliche Hilfsgelder.

Nach ersten Schätzungen hat das Unwetter auf einer Fläche von etwa 580 Hektar schwere Schäden angerichtet. Viele Anwohner dürften auf Hilfe angewiesen sein, so der Bürgermeister von Banyalbufar, wo faustdicke Hagelkörner viele Dächer beschädigten. 

Die Gewitterfront war am Samstagvormittag über Nordwesten über Mallorca hereingebrochen. Das Unwetter ließ zahlreiche Bäume umstürzen, zerstörte Pflanzungen und beschädigte Gebäude. Neben Banyalbufar war besonders die Küstensiedlung Port des Canonge betroffen, wo die Feuerwehr auch eingeschlossenen Bewohnern zu Hilfe eilen musste. Zu Schaden kam jedoch niemand.

Die Windhose habe das Aussehen der Landschaft vollständig verändert, so der Bürgermeister von Banyalbufar gegenüber Europa Press, Tausende Bäume seien umgestürzt oder beschädigt. Die Natur werde Jahre brauchen, um sich zu erholen. Betroffen seien auch historische Gebäude und Landgüter, etwa Son Coll, Son Bunyola, Sa Baronia oder Sa Rectoria.

Internet und Handyempfang waren auch am Sonntag noch nicht wieder hergestellt, im Ortskern gebe es aber wieder Strom. Port des Canonge musste im Laufe des Sonntags durch ein Notstromaggregat wieder mit Energie versorgt werden. 

Mitarbeiter des Inselrats sind weiterhin vor Ort, um bei den Aufräumarbeiten und der Schadensbilanz zu helfen. Eine Kommandozentrale war an der Abfahrt von der Tramuntana-Straße Ma-10 nach Port des Canonge eingerichtet worden. Zwischenzeitliche Straßensperrungen waren am Montag wieder aufgehoben worden. 

Heftige Herbstgewitter werden auf Mallorca " gota fría" genannt, "kalter Tropfen". Sie setzen jedes Jahr fast pünktlich Ende August ein und sorgen für heftige Regenschauer. Das Naturphänomen basiert auf den stark schwankenden Temperaturen von Meer und Luft.

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Die Warnstufen des Wetterdienstes wurden unterdessen am Sonntag weitgehend aufgehoben. An der Nord- und Nordostküste von Mallorca gilt aber bis zum Montagmorgen Warnstufe Gelb wegen Gewitter und starker Niederschläge. Die Wetterlage sei instabil, lokale Gewitter seien im Verlauf des Sonntags möglich. Die Temperaturen steigen auf maximal 28 Grad, die Tiefstwerte sinken auf 18 Grad in Palma de Mallorca und 13 Grad in Lluc. 

Am Montag und Dienstag wechseln sich Wolken und Sonne ab. Die Höchstwerte bleiben deutlich unter der 30-Grad-Marke. Für Mittwoch sind erneut Schauer prognostiziert.   

Fotogalerie: Gewitter, Hagel und Sturmschäden

Die stärksten Niederschläge fielen am Samstag unterdessen nicht an der Nordwestküste, sondern im Inselinnern, wie die Bilanz von Aemet zeigt (in Liter pro Quadratmeter):

  • Sineu 43
  • Serra d'Alfàbia 36
  • Llucmajor 36
  • Binissalem 34
  • Lluc 34
  • Escorca 33
  • Son Servera 33
  • Sa Pobla 32
  • Colònia de Sant Pere 32
  • Port de Sóller 30
  • Artà 28
  • Porreres 25
  • Muro 25
  • Capdepera 25
  • Balearen-Universität 23
  • Calvià 20
  • Campos 20
  • Santa Maria 19
  • Flughafen Palma 17
  • Pollença 17
  • Port de Pollença 14
  • Llucmajor, Cala Blava 13
  • Andratx 11
  • Manacor 9
  • Ses Salines 8
  • Portocolom 7
  • Santanyí 3
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