13. Oktober 2020
13.10.2020
Mallorca Zeitung

"Big Manni" Schmider vom Vorwurf der Geldwäsche freigesprochen

Obergericht des Kantons Thurgau stellt strafrechtliches Verfahren gegen den Flowtex-Unternehmer definitiv ein

13.10.2020 | 18:37
Mallorca-Resident Manfred Schmider am Stadtstrand von Palma im August 2019.

Das Obergericht des Kantons Thurgau hat den deutschen Unternehmer und Mallorca-Residenten Manfred Schmider von dem Vorwurf der "gewerbsmäßigen" und "bandenmäßigen" Geldwäscherei freigesprochen. Laut dem am 2. Oktober in der Schweiz ergangenen Urteil, das der MZ vorliegt, wird das Strafverfahren eingestellt und "Big Manni" Schmider, wie der Unternehmer zu Zeiten des Flowtex-Betrugsskandals genannt wurde, mit insgesamt knapp 55.000 Schweizer Franken entschädigt. Davon gehen 40.000 Euro an seinen Anwalt Peter Bettoni. Der Antrag, das Geld der Entschädigung in die Konkursmasse eingehen zu lassen, lehnte das Gericht ab.

Im Gespräch mit der MZ wertete Manfred Schmider den Entscheid als einen "Freispruch erster Klasse" und als "Schlusspunkt" der strafrechtlichen Verfahrens infolge des Flowtex-Skandals. Im Kern ging es dabei darum, ob der Deutsche, seine Ex-Frau und die beiden Kinder mit Hilfe eines Anwalts Vermögenswerte in Millionenhöhe in die Schweiz verschoben hatten, um sie der Konkursmasse zu entziehen und die Herkunft dieser Vermögenswerte zu verschleiern.

Das Urteil war bereits erwartet worden, nachdem das Schweizer Bundesgericht im August 2019 zwei vorinstanzliche Schuldsprüche wegen bandenmäßiger Geldwäscherei einkassiert hatte. In Folge dieser Entscheidung habe das Obergericht im Sommer bereits Vermögenswerte von über 40 Millionen Euro von Schmiders Ex-Frau freigegeben, so der Unternehmer zur MZ. Ein zivilrechtliches Verfahren um die Konkursmasse sei in der Schweiz noch anhängig.

Schmider hatte in den 90er-Jahren mit seiner Firma Flowtex sogenannte Horizontalbohrsysteme vermarktet, die größtenteils gar nicht existierten. Als der Betrug aufflog und Flowtex in den Konkurs ging, blieben laut Insolvenzverwalter Gläubiger-Forderungen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Etwa 240 Millionen sind seither an die rund 400 Gläubiger geflossen. Das zentrale Verfahren wurde im Februar in Deutschland beendet.

Schmider war 2001 zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren (in der Revision von 2003: elf Jahre und sechs Monate) verurteilt worden und kam 2007 auf Bewährung frei. Er lebt seither auf Mallorca. 2009 gab er der MZ ein Interview, in dem er seinen luxuriösen Lebensstil mit dem Hinweis auf das Vermögen seiner Ex-Frau rechtfertigte. /ck 

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