28. Oktober 2020
28.10.2020
Mallorca Zeitung

Diese Hotels auf Mallorca halten tapfer durch statt zuzusperren

Die meisten Häuser auf der Insel lassen in der Corona-Krise reihenweise die Rolläden runter. Doch es gibt Gegenbeispiele

28.10.2020 | 01:00
Wer auf Mallorca Urlaub machen will, findet in diesen Hotels noch Unterschlupf.

Ländlich bei Campanet

An Platz mangelt es im Monnàber Nou nicht. Das Agroturismo in der Natur im Gemeindegebiet Campanet bietet den Gästen genug Möglichkeiten, sich in Corona-Zeiten vollkommen aus dem Weg zu gehen. „Jedes Apartment hat einen eigenen Ausgang, man kommt nicht einmal im Flur mit anderen Gästen in Kontakt", betont Direktor Francisco Mayordomo. Deshalb sehe er auch keinen Anlass, die Unterkunft über den Winter zu schließen. „Ab dem 2. November werden wir sogar das Frühstück auf den Zimmern servieren, die sind weitläufig genug." Das Restaurant sowie der Spa-Bereich und andere Gemeinschaftsräume werden dann bis zum Frühjahr geschlossen sein. „Für die Wochenenden haben wir einige Buchungen, viele Gäste entscheiden sich aber spontan, wenn das Wetter gut ist", berichtet Mayordomo. Derzeit seien es fast ausschließlich Insulaner. „Einige nutzen unsere Räumlichkeiten auch für kleine Familienzusammenkünfte." Diesen Winter gibt es Sonderpreise ab 77 Euro pro Zimmer ohne Frühstück.



Kunstvoll in Artà

Christophorus Heufken ist sich sicher: „Ich werde nicht schließen, sonst könnte ich nicht ruhig schlafen, zumal man ja ohnehin laufende Kosten hat", sagt der Eigentümer des Palacio Sant Salvador. Der Deutsche verwandelte den aus dem Jahr 1890 stammenden Stadtpalast vor 20 Jahren in eine gemütliche und kunstvolle Unterkunft direkt neben dem Kloster von Artà. In normalen Wintern hat Heufken nie Probleme, die acht Zimmer zu füllen. Vor allem Wanderer fühlen sich hier wohl. Beim MZ-Besuch kommen gerade Gäste aus Deutschland an. „Es sind seit einem Monat die ersten aus dem Ausland." Die Buchungen gingen derzeit meist spontan ein, teils 15 Minuten vor dem Check-in. „Ich sende den Gästen die Infos aufs Handy und sie können mit einem Code allein einchecken." Außer Heufken sorgen gerade nur zwei Halbtagskräfte dafür, dass alles läuft. Das Frühstück im liebevoll eingerichteten Essenssaal wird am Tisch statt als Buffet serviert. „Den Gästen gefällt's." Ab 89 Euro/Zimmer mit Frühstück.



Groß an der Playa de Palma

Je größer ein Hotel, desto höher der Verlust, wenn es geöffnet hat, aber nicht ausgelastet ist. Viele der großen Ketten lassen in diesem Winter deshalb nur eines ihrer Häuser offen. Wenn überhaupt. „Wir wollen das Riu Festival weiter geöffnet zu lassen, zu 100 Prozent garantieren können wir es wegen der Pandemie aber nicht", sagt Riu-Sprecher Miguel Borrás. Man hoffe auf die Einrichtung eines „sicheren Reisekorridors", den Tui zwischen Deutschland und Mallorca organisiert. Womöglich könnten dann sogar weitere Riu-Hotels auf der Insel öffnen. „Das hängt aber ganz von der Nachfrage ab." Bisher seien die Buchungen für die kommenden Monate gering, da sich kaum jemand frühzeitig festlegen wolle. Erst recht nicht, wer aus dem Ausland anreise. Riu lockt deshalb mit Frühbucherrabatten von 30 Prozent. Die günstigsten der 238 Zimmer im Riu Festival sind im November schon ab 26 Euro pro Nacht zu haben. Auch über Weihnachten sind spezielle Angebote geplant.



Ökologisch in Cala Ratjada

Eigentlich sollte das Mamboo Hotel im Frühjahr 2020 erstmals seine Pforten öffnen. Doch der Lockdown verzögerte die Kernsanierung, die das Schweizer Ehepaar Aslasken an dem Gebäude nahe des Hafens von Cala Ratjada vornahm. Aus einer billigen Absteige für Partytouristen gestalteten sie ein modernes Bed&Breakfast mit ökologischer Einrichtung, das seit Juni endlich aufhat. Zielgruppe sind Urlauber, die Ruhe suchen und die Insel erkunden möchten. „Ursprünglich war kein ganzjähriger Betrieb geplant, aber da der Sommer so kurz war, schließen wir nicht", berichtet Direktorin Jana Luskova. „Je nach Buchungslage machen wir höchstens im Januar oder Februar ein paar Wochen zu." Für Silvester lockt das Paar mit einem Menü-Übernachtungspaket. Momentan managt Luskova den Betrieb mit ihrem Mann Miguel Arguimbau allein. Beim MZ-Besuch ist das 24-Zimmer-Haus leer, aber für den Abend hat sich spontan ein Gast angemeldet. „Wir freuen uns über jeden Kunden. Und wer zufrieden ist, kommt vielleicht nächstes Jahr wieder." Preis: ab 35 Euro pro Person.



Dörflich in Bunyola

Dass man sich im Es Corte Vell in diesem Winter keine großen wirtschaftlichen Gewinne erhofft, daraus macht Leiterin Inés Serra kein Geheimnis. „Es geht mehr um Marketingzwecke." Mit zwei Mitarbeitern hält sie den Betrieb in dem zehn Zimmer umfassenden „Turismo Interior" aufrecht. Entsprechend persönlich sei der Service. Die 4,5-Sterne-Herberge entstand im Jahr 2017 in zwei alten Dorfhäusern in Bunyola. Die mallorquinischen Inhaber haben sie komplett umbauen lassen, modern eingerichtet und zur ersten Gästeunterkunft im Dorf gemacht. „Seitdem ist Es Corte Vell mein Baby", sagt Serra. Vor allem Tramuntana-Wanderer fänden hier hin. „Wenn auch gerade viel weniger, als es im Herbst üblich ist." Statt auf Buffet setzt man derzeit auf Frühstück-am-Tisch-Service. Den Außenpool mit Blick aufs Dorf will Serra ebenfalls offen lassen. „Einige Frühschwimmer trauen sich noch rein." Im zugehörigen Restaurant werden auch externe Kunden empfangen. „Wir bieten ein Abendessen-Übernachtungspaket für 135 Euro an."




Familiär in Cala Sant Vicenç

Ruhe und Frieden gibt es in Cala Sant Vicenç in diesen Tagen reichlich: Der kleine Ferienort in Mallorcas Norden ist im Herbst und Winter fast geisterhaft leer. Romantische Seelen und Naturfreunde, die es gerade dann hierher zieht, finden Zuflucht im einzigen Hotel, das noch bis Januar die Stellung halten will: Im 23 Zimmer umfassenden Boutique Hostal Oriola, das zu dieser Jahreszeit vor allem bei Wandergruppen und Ausflüglern beliebt ist. Viele Häuser werben ja damit, „familiär" zu sein, und man weiß nie, was damit genau gemeint sein soll. In diesem Fall heißt es, dass man sich in der familiengeführten Pension, in der überall stetig wachsende Bücherstapel verteilt sind, als Gast wirklich wahrgenommen fühlt - vom eigens auf Wunsch zubereiteten vegetarischen Mittagsmenü und der Flexibilität beim Umbuchen oder Lagern von Gepäck bis hin zu philosophischen Gesprächen mit dem Koch. Die Rechnung scheint aufzugehen: Auf Nachfrage bestätigt man im Oriola, dass vor allem die Wochenenden bereits gut gebucht sind. Doppelzimmer ab 60 Euro mit Frühstück.

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