28. Oktober 2020
28.10.2020
Mallorca Zeitung

"Es geht jetzt darum, dass jeder seine Mobilität und seine Kontakte einschränkt"

Der Corona-Sprecher der Balearen-Regierung, Javier Arranz, richtet einen deutlichen Appell an die Bewohner der Inseln

28.10.2020 | 15:12
Javier Arranz hatte deutliche Worte parat.

Schluss mit Ausreden: Der balearische Corona-Sprecher und Epidemiologe Javier Arranz hat am Mittwoch (28.10.) einen für seine Verhältnisse außergewöhnlich flammenden Appell an die Bevölkerung auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln gerichtet. "Jeder, der sich nicht an die Hygiene- und Abstandsregeln hält, kann ein potentieller Überträger der Krankheit sein, auch wenn er keine Symptome zeigt", sagte Arranz in energischem Tonfall bei der Pressekonferenz.

Insgesamt sei die Situation des Virus auf den Balearen zwar nicht so dramatisch wie in manch anderen Regionen auf dem spanischen Festland, doch speziell Ibiza macht Arranz Sorgen. Dort beträgt etwa in Sant Antoni de Portmany die Positivrate bei den PCR-Tests derzeit über 19 Prozent. Mitte Oktober habe diese Zahl bei gut 5 Prozent gelegen. "Die Infektionszahlen werden in den kommenden Wochen sicher weiter ansteigen. Ich hoffe, dass wir nicht die Zahl von 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auf den Balearen für die letzten 14 Tage erreichen, aber es liegt sehr wohl im Bereich des Möglichen", sagte Arranz.

Man müsse offensichtlich Teile der Bevölkerung immer wieder von der Notwendigkeit überzeugen, die Regeln einzuhalten. "Wir müssen es schaffen, die Infektionen in den Griff zu bekommen. Es geht jetzt darum, dass jeder seine Mobilität und seine Kontakte einschränkt", sagte Arranz. Statt sich aufgrund der Sperrstunde mit Freunden oder der Familie nun früher zum Essen im Restaurant zu verabreden, sei es besser, gar nicht auszugehen.

Arranz schloss nicht aus, dass in den kommenden Wochen weitere Gemeinden, Dörfer oder auch Stadtteile von Palma in einen lokalen Lockdown geschickt werden, so wie nun die Stadt Manacor. Einen kompletten Lockdown der Inseln wie im März plane man derzeit nicht, allerdings analysiere man täglich die Daten und schließe für die Zukunft nichts aus. Dass beispielsweise der Flughafen von Palma de Mallorca wie bereits im Frühjahr geschehen, geschlossen wird, zeichne sich derzeit ebenfalls nicht ab. "Mit dem Alarmzustand haben wir nun allerdings das nötige Werkzeug dafür, was nicht heißt, dass wir es einsetzen werden", sagte Arranz.

Der Alarmzustand mache es aber nicht möglich, so der Sprecher, für Einreisende aus einem Risikogebiet einen negativen PCR-Test zur Bedingung zu machen. "Wir würden das gerne so wie Deutschland und Italien in den vergangenen Monaten handhaben, aber das deckt der Alarmzustand nicht ab", erklärte Arranz.


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