17. November 2020
17.11.2020
Mallorca Zeitung

Neue Baracken in der Drogensiedlung von Mallorca

Eigentlich sollte Son Banya schon lange dem Erdboden gleichgemacht worden sein. Doch der Abriss schreitet nur langsam voran, und die Bewohner fühlen sich diskriminiert

17.11.2020 | 10:48
Der Vorsitzende der neuen Anwohnervereinigung, Carlos Cortés, gab Journalisten am Montag (16.11.) Interviews in Son Banya

Die scheinbar endlose Geschichte um Son Banya, dem Drogen-Ghetto von Mallorca, geht weiter. Dort, wo Palmas Rathaus in den vergangenen Jahren mehrere Baracken abreißen ließ, um die Siedlung nahe des Einkaufszentrums "Fan Mallorca Shopping" Stück für Stück dem Erdboden gleichzumachen, haben die verbliebenen Bewohner mittlerweile wieder neue Baracken errichtet.

"Wenn einer unserer Söhne heiratet, bauen wir eben ein neues Haus - das Rathaus gibt uns ja keines", erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung Gaocalo, Juan Ramón Santiago, die sich unter den Bewohnern gebildet hat. Derzeit besteht der berüchtigte "Drogensupermarkt von Mallorca" aus rund 85 Baracken, die das Rathaus eigentlich in mehreren Etappen beseitigen will. Erst Anfang des Jahres hatte das Rathaus eine neue Strategie bekanntgegeben, anhand derer ein Komplettabriss bis 2021 und anschließend der Aufbau eines Senirenheims an der Stelle gelingen sollte.  Während einige Familien bereits in andere Stadtteile Palmas umgesiedelt worden sind, warten etwa 90 weitere darauf, dass die Behörden ihnen alternative Wohnmöglichkeiten oder Entschädigungen anbieten.

Lesen Sie hier weiter: die Geschichte des Drogensupermarkts von Mallorca

Reportage: Zuhause im Drogen-Ghetto von Mallorca

"Wir fühlen uns komplett alleingelassen", klagt einer der Anwohner, Antonio Amaya, am Montag (16.11.) gegenüber Politikern der rechtsliberalen Partei Ciudadanos, die sich die Situation vor Ort anschauten. Entsprechend fiel dann auch das Resüme der Parteisprecherin Eva Pomar aus. "Der Abriss ist ein Reinfall, dort leben immer mehr Leute auf immer weniger Platz, und sie fühlen sich nicht integriert sondern diskriminiert", so Pomar.

Dass es unter diesen Umständen immer wieder zu Handgreiflichkeiten kommt, verwundert nicht. Erst am vergangenen Sonntag (15.11.) hatte eine Gruppe von Anwohnern Son Banyas mehrere Beamte der Nationalpolizei angegriffen, die einen Mann, nach dem gefahndet worden war, in der Siedlung festnehmen wollten. Tatsächlich gelang es den Angreifern, dass der Gesuchte fliehen konnte. Zwei Polizeibeamte wurden leicht verletzt. /somo

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