28. November 2020
28.11.2020
Mallorca Zeitung

Black Friday kann Einzelhandel auf Mallorca nicht retten

Normalerweise ist Palmas Innenstadt um diese Jahreszeit voll von Schnäppchenjägern. Dieses Jahr zieht es trotz der Rabattaktionen nur wenig Konsumenten in die Läden. Für die Einzelhändler ist das ein großes Problem

28.11.2020 | 11:32
Vergleichsweise wenige Menschen zog es am Black Friday in die Innenstadt von Palma de Mallorca

Die Rabatt-Aktion des Black Friday, die in den vergangenen Jahren tausende von Konsumenten in die Innenstadt von Palma de Mallorca gezogen hat, hat aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr kaum dazu beigetragen, die Umsätze des gebeutelten Einzelhandels zu steigern. Laut MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" kauften die Menschen am Freitag (27.11.) zwar etwas mehr ein, als in den vergangenen Wochen, jedoch deutlich weniger als 2019. Wie es heißt, wurde nicht einmal die Hälfte des Umsatzes eingefahren, der sonst zu diesem Datum üblich war.

Bis zu 50 Prozent Preisnachlas gaben viele Geschäftstreibende auf ihre Produkte. Anders als in den vergangenen Jahren, als die Aktion sich über das ganze Wochenende nach dem Black Friday erstreckte, waren die Rabatte diesmal schon Tage vorher ausgeschrieben und halten teilweise auch weiter an. Allein ein Blick auf die Haupteinkaufsstraßen zeigt, wie gering das Konsumverhalten in diesem Jahr ist: Statt Menschenmassen, die sich auf Schnäppchenjagd aneinander vorbei schieben, ist es Palma diesmal ruhig.

Tatsächlich hat die Wirtschaftskrise schon jetzt definitive Opfer gefordert. Viele Läden haben bereits geschlossen und kündigen auf Schildern im Schaufenstern an, dass sie Nachmieter für ihr Lokal suchen. "Die Leute kaufen derzeit nur aus Notwendigkeit, beispielsweise, weil sie ein Weihnachtsgeschenk brauchen, aber nicht wie sonst um sich etwas zu gönnen, denn die Krise trifft fast alle", so Patricia Arena von dem Geschäft Misako in der Einkaufsstraße Carrer Sant Miquel. Neben kaufwilligen Insulanern fehlt es dem Einzelhandel zudem an Urlaubern, die bereit sind, ihr Geld in den Läden zu lassen. "In den vergangenen Jahren mussten wir zum Black Friday extra zusätzliches Personal einstellen. Dieses Mal mussten wir Angestellte nach Hause schicken", so auch Laura Rodríguez, Geschäftsführerin des Schuhgeschäfts Ulanka.

Antoni Fuster vom Einzelhandelsverband Pimeco beklagt sich zudem über die Online-Einkäufe. Schon seit Jahren sei der Online-Handel eine schwer zu übertrumpfende Konkurrenz für örtliche Läden gewesen, in diesem Jahr zeige sich das noch deutlicher. "Wir haben einfach nicht dir Kraft, unsere Rabatt-Kampagne gegen diese starke Wirtschaftskrise erfolgreich zu führen", betont er. /somo

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