14. Dezember 2020
14.12.2020
Mallorca Zeitung

Unternehmen und Gewerkschaften tragen Mallorcas Corona-Regeln mit

Maßnahmen stünden im Einklang mit denen in Deutschland, lobt Sprecher der Mittelständler. Opposition spricht von "Scheitern"

14.12.2020 | 16:01
Beratungen der Unternehmerverbände und Gewerkschaften mit der Balearen-Regierung am Montag (14.12.).

Nach der Bekanntgabe der neuen Einschränkungen im öffentlichen Leben auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln am Montag (14.12.) erfährt Ministerpräsidentin Francina Armengol Unterstützung aus den unterschiedlichsten Lagern. Sowohl Unternehmerverbände als auch Gewerkschaften bewerteten nach einem Treffen mit der Landesregierung in ersten Stellungnahmen die zusätzlichen Restriktionen, die zunächst bis zum 28. Dezember gelten, positiv. Kritik kam seitens der konservativen Volkspartei (PP) und der rechtsextremen Partei Vox. 

Mit Blick auf die Tourismussaison ab März lobte Jordi Mora, Präsident der Unternehmervereinigung Pimem, dass die Entscheidungen im "Einklang mit denen unseres wichtigsten Marktes, Deutschland," stünden. Aufgrund der Mobilität, auf die man im Tourismus angewiesen sei, sei eine Abstimmung zwischen den europäischen Regionen essenziell.

Obwohl er sich sehr wohl "der negativen Auswirkungen auf kleinere Unternehmen und Selbständige bewusst" sei, so Jordi Mora, sehe auch er keine andere Möglichkeit als die verschärften Restriktionen. Nur so könne sich die Wirtschaft mittel- und langfristig wieder erholen. 

Carmen Planas, die Präsidentin des Unternehmer-Dachverbandes CAEB, hält die neuen Beschränkungen ebenfalls für notwendig. Gleichzeitig forderte sie von der Politik mehr Hilfen für die von Schließungen betroffenen Branchen. "In diesen Momenten ist das Wichtigste, die Kontrolle über die Gesundheit zu haben, um Wirtschaft und Arbeitsmarkt wieder ankurbeln zu können", sagte Planas in Übereinstimmung mit Jordi Mora.

Die Regierung und die Gemeindeverwaltungen müssten aber Unternehmern mehr Hilfen zur Verfügung stellen. Dazu gehört für Planas auch ein Nachlass auf die Gemeindegebühren und Steuern. Vor allem Betriebe im Nachtleben beklagen, dass sie, obwohl seit Monaten geschlossen, trotzdem Abwasser- oder Müllgebühren zahlen müssen.

Auch die beiden mitgliederstärksten Gewerkschaften CCOO und UGT sprachen sich für die Beschränkungen aus. UGT-Generalsekretär Alejandro Texías sprach von "einer sehr harten Entscheidung, die viele Arbeitnehmer ertragen müssen". Gleichzeitig sicherte er "volle Unterstützung" für die Maßnahmen zu. Das Wichtigste sei nun einmal die Gesundheit, und ohne Gesundheit nutze Arbeit wenig.

CCOO-Generalsekretär José Luis García sicherte ebenfalls zu, dass seine Gewerkschaft hinter den Einschränkungen stehe. "Wenn wir die Wirtschaft möglichst bald wieder ankurbeln wollen, müssen diese so hart sein", sagte er. Nun müsse daran gearbeitet werden, die ERTE-Regelungen und andere finanzielle Hilfen für Saisonkräfte zu verlängern.

Kritik kam hingegen aus den Reihen der Opposition von rechts. Der balearische PP-Chef Biel Company vermisste in seiner Stellungnahme ein "Gleichgewicht zwischen Gesundheit und Wirtschaft". Schon die bisherigen Maßnahmen hätten nicht funktioniert.

Von einem weiteren "Beweis für das Scheitern der Ministerpräsidentin" sprach der Vox-Vorsitzende Jorge Campos. Da ihnen ein "kontrolliertes" nächtliches Vergnügungsangebot verwehrt werde, würden sich die Menschen nun bei illegalen Partys anstecken, so Campos. Auf die legale Gastronomie entfielen hingegen nur 3,5 Prozent der Neuinfektionen. /jk/ck

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