15. Dezember 2020
15.12.2020
Mallorca Zeitung

Wie geht es mit dem Tourismus auf Mallorca im Jahr 2021 weiter?

Das war das Thema bei einer virtuellen Tagung der mallorquinischen Hoteliersvereinigung FEHM. Der Badeurlaub soll demnach der erste sein, der nach der Krise wieder anspringt

15.12.2020 | 10:14
Virtuelle Tagung der FEHM.

Europa im Dezember: In vielen Ländern gelten angesichts der Corona-Pandemie noch strenge Auflagen, in Deutschland und auf Mallorca sind sie gerade noch einmal deutlich angezogen worden. Wie könnte in diesem Panorama die kommende Urlaubssaison aussehen? Darüber machten sich am Montag (14.12.) bei einer virtuellen Tagung der mallorquinischen Hoteliersvereinigung FEHM deren Präsidentin Maria Frontera sowie die Verantwortlichen der spanischen Tourismusbehörde OET in sechs, vor allem europäischen Ländern Gedanken. Relative Einigkeit herrschte bei der Prognose, dass Mallorca im kommenden Sommer mit rund 40 Prozent der Urlauber aus dem Jahr 2019 rechnen könne. Es gebe eine Nachfrage, speziell nach Badeurlaub, die Mallorca gut befriedigen könne.

Für Deutschland machte der in Berlin sitzende Verantwortliche der OET, Arturo Ortiz, zwar reduzierte Flugverbindungen im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten aus, aber er rechnet damit, dass 2021 etwa 50 Prozent der Verbindungen wieder zur Verfügung stünden. Das Problem sei eher die derzeit geltende Auflage, mit negativem PCR-Test einzureisen und die Tatsache, dass die deutschen Reiseveranstalter erstmals seit Beginn des Massentourismus keine Kataloge mehr druckten.

Dazu komme es sehr darauf an, wie sich die kommenden Wochen entwickelten, denn zwischen Januar und März buchten die Deutschen häufig ihre Sommerferien. Und Spanien gehöre nach wie vor zu den Favoriten. Sorgen bereitet den Touristikern die Situation beim deutschen Reiseveranstalter Tui, der mehrere Milliarden Euro Schulden angehäuft hat. "Und dazu kommen noch viele Millionen von Zinsen", sagte Arturo Ortiz. Insgesamt werde die Touristikbranche in Deutschland derzeit "künstlich beatmet", womit Ortiz die massiven Hilfen von Seiten des Staates meinte.

Angesichts der Erfahrung mit der Pleite von Thomas Cook warnte Ortiz vor einer ähnlichen Situation bei Tui, wobei eine Insolvenz aufgrund der Beteiligung des deutschen Staates ausgeschlossen ist. Im schlimmsten Fall würden 25 Prozent des Unternehmens in staatliche Hand gehen.

Ortiz fürchtet schwerwiegende Folgen für die spanischen Hoteliers, falls die Kunden aufgrund fehlender Flugverbindungen nicht anreisen können. Dann könnte es erneut zur Situation kommen, dass die deutschen Urlauber durch die Absicherung der Pauschalreisen ihr Geld zurückbekommen, die spanischen Hoteliers aber auf ihrem Verlust sitzen bleiben.  /jk

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