21. Dezember 2020
21.12.2020
Mallorca Zeitung

Geteilte Reaktionen auf Mallorca nach Verabschiedung von Sterbehilfe-Gesetz

Eine Mehrheit im spanischen Parlament stimmte Ende vergangener Woche für das Vorhaben

21.12.2020 | 16:20
Geteilte Reaktionen auf Mallorca nach Verabschiedung von Sterbehilfe-Gesetz

Das vom spanischen Parlament verabschiedete Sterbehilfe-Gesetz ist auf Mallorca auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während die Parteien der Linksregierung die Verabschiedung begrüßten, kam Kritik von den konservativen Oppositionsparteien sowie vom Bistum auf Mallorca.

Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol sprach von einer Stärkung der Freiheitsrechte, mehr Menschlichkeit und mehr Menschenwürde. Die Sozialistin bedankte sich bei den Vereinigungen, die seit Jahren dafür gekämpft hätten. Beim Juniorpartner Podemos wurde darauf verwiesen, dass dank des Gesetzes alle Bürger in Spanien das Recht auf Sterbehilfe in Anspruch nehmen könnten - statt bislang nur einige wenige.

Bischof Sebastià Taltavull kritisierte, dass das neue Gesetz das Recht auf Leben einschränke und sich gegen die Rechte der Schwächsten der Gesellschaft richte. Die konservative Organisation IB Familia argumentierte, dass es derzeit darum ginge, Menschenleben zu retten, darauf müsse das Parlament seine Kräfte konzentrieren.

Für das von der linken Regierung eingebrachte Gesetz stimmten Ende vergangener Woche 198 Abgeordnete, darunter auch die der oppositionellen Ciudadanos-Partei sowie separatistischer Parteien Kataloniens. Mit Nein stimmten 138 Parlamentarier der konservativen Volkspartei PP und der rechtspopulistischen Vox-Partei.

Sollte auch die zweite Kammer des Parlaments, der Senat, das Gesetz passieren lassen, könnte es Anfang Januar in Kraft treten. Spanien wäre dann laut der Zeitung "El País" neben den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kanada und Neuseeland das sechste Land weltweit mit einem Sterbehilfe-Gesetz.

Vorgesehen ist ein mehrstufiges Verfahren, an dem Ärzte, Juristen und Kommissionen beteiligt sind. Der Kranke muss insgesamt vier mal den Willen kundtun, sein Leben zu beenden. Ist der Sterbewillige nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten, kann eine von ihm zuvor verfasste Erklärung berücksichtigt werden. Ärzten und Pflegern wird das Recht eingeräumt, aus Gewissensgründen nicht an Sterbehilfe teilzunehmen.  /ff

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