27. Dezember 2020
27.12.2020
Mallorca Zeitung

Corona-Auflagen auf Mallorca werden noch einmal verschärft

Bars und Restaurants müssen auch werktags bereits um 18 Uhr schließen. Ladenschluss in den meisten Fällen um 20 Uhr. Auch an Silvester beginnt die Ausgangssperre um 22 Uhr

27.12.2020 | 13:27
Kein Social-Distancing: Gäste einer Außenbewirtung auf dem Carrer Blanquerna in Palma am vergangenen Mittwochabend (23.12.).

Trotz des Beginns der Corona-Impfungen an diesem Sonntag (27.12.) in Palma und angesichts weiter anziehender Corona-Neuansteckungen schränkt die Balearen-Regierung das öffentliche Leben insbesondere auf Mallorca erneut ein. 

Die Auflagen sollen am Montag (28.12.) nach der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft treten und betreffen vor allem die Gastronomie, den Handel sowie die Silvesternacht. Das gab die sozialistische Ministerpräsidentin Francina Armengol am Sonntagnachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt. 

Das gilt ab Montag (28.12.)

So müssen Bars und Restaurants auf Mallorca ab Montag (28.12.) schon um 18 Uhr den Betrieb einstellen. Laut den bislang gültigen Auflagen war das nur an Vorabenden zum Wochenende und zu Feiertagen der Fall, werktags konnte die Gastronomie bis 22 Uhr bewirten, wenngleich nur außerhalb der Gasträume (Terrassen und Take-away).   

Der Ladenschluss wird von 22 Uhr auf 20 Uhr vorgezogen. Ausgenommen davon sind Geschäfte mit essentiellen Waren und Dienstleistungen wie Supermärkte und Tankstellen.

Weitere Auflagen gelten für Einkaufszentren und Geschäfte mit mehr als 700 Quadratmetern Verkaufsfläche (ausgenommen ist erneut der essentielle Handel). Sie müssen an Wochenenden und an verkaufsoffenen Feiertagen schließen. Die Ministerpräsidentin rief die Kunden dazu auf, dort nur alleine oder zu zweit einzukaufen. Die Stellflächen für Pkw vor den Einkaufszentren müssen um die Hälfte reduziert werden. 
 
Auch an Silvester soll, wie schon Heiligabend, die nächtliche Ausgangssperre bereits um 22 Uhr beginnen, wobei die Ministerpräsidentin ausdrücklich empfahl, ab 20 Uhr "daheim zu sein". Erlaubt sind in Innenräumen nur Treffen von sechs Personen aus maximal zwei Haushalten. 

"Extrem hohes Risiko"

Das Corona-Risiko sei auf der Insel "extrem hoch", warnte Ministerpräsidentin Francina Armengol. Es ginge darum, Nachlässigkeit im Umgang mit dem Coronavirus und Menschenansammlungen "maximal" zu verhindern. Vor der Pressekonferenz hatte Armengol sich in einer Videokonferenz mit den Inselrats-Präsidenten sowie Vertretern der Gemeinden beraten.

Auf Mallorcas Nachbarinseln Ibiza und Menorca werden die derzeit gültigen Risikostufen beibehalten, lediglich auf Formentera, wo die Ansteckungen ebenfalls anziehen, werden die Auflagen verschärft. Die kleinste der vier großen Balearen-Inseln wechselt von der Risikostufe 2 in die Stufe 3, was entsprechende Restriktionen mit sich zieht. 

Mallorca und seine Nachbarinseln verzeichnen derzeit die höchste Corona-Inzidenz in ganz Spanien. Die Anzahl an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen beträgt laut Armengol aktuell 295. Das ist fast doppelt so hoch wie die für vom Robert-Koch-Institut für ganz Deutschland vermeldete 7-Tages-Inzidenz (161). 

Die Anzahl der stationär behandelten Covid-19-Erkankten sei im Wochenvergleich auf den Balearen um 45 Prozent auf derzeit 328 gestiegen, die der Patienten auf Intensivstation um 35 Prozent auf derzeit 69, so die Ministerpräsidentin. 

Die Zahlen steigen seit Anfang Dezember, zumindest teilweise wird dafür der Reiseverkehr eines Brückenwochenendes vom 5.-8.12. verantwortlich gemacht. Sorgen bereitet derzeit auch die hohe Rate an Positivtests (9,2 Prozent aller Tests auf Mallorca).

Die Impfungen beginnen

Die Impfungen gegen Covid-19 sollen an diesem Sonntagnachmittag mit einer eher symbolischen Aktion beginnen. In einem Seniorenheim in Palma werden als Erste ein Bewohner sowie ein Mitarbeiter geimpft. Diese Einrichtung war zugleich die erste, in der im Frühling ein Coronavirus-Ausbruch festgestellt worden war.

In den kommenden Wochen sollen Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde IB-Salut täglich zwischen 500 und 1.000 Impfdosen verabreichen. Vorrang haben zunächst Bewohner und Mitarbeiter von Seniorenheimen.  /ck


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