08. Januar 2021
08.01.2021
Mallorca Zeitung

Bars, Restaurants und Einkaufszentren auf Mallorca müssen zwei Wochen schließen

Rekordwert bei Neuansteckungen. Auch Kaufhäuser und Fitnesscenter sind von den Restriktionen betroffen, die ab Dienstag (12.1.) in Kraft treten

08.01.2021 | 11:14
Die Einkaufszentren und Kaufhäuser hatten gerade mit dem Winterschlussverkauf begonnen.

Die hohen Ansteckungszahlen auf Mallorca zwingen die Balearen-Regierung zu weiteren Restriktionen: Restaurants, Cafés, Einkaufszentren, Kaufhäuser und Fitnesscenter müssen ab Dienstag (12.1.) für zunächst zwei Wochen schließen. Das teilte die Sprecherin der Balearen-Regierung, Pilar Costa, am Freitag (8.1.) mit. 

Im Einzelhandel sind alle Geschäfte mit einer Verkaufsfläche ab 700 Quadratmetern betroffen. Darunter fallen neben den Einkaufszentren auch Kaufhäuser, Warenhäuser und Baumärkte. Erlaubt bleibt der Verkauf von Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Alltagsprodukten. Damit dürfen die großen Supermärkte in Einkaufszentren - zum Beispiel Carrefour und Alcampo - öffnen, auch am Wochenende, wie Costa klarstellte. In den Tagen zuvor waren die großen Verkaufsflächen übers Wochenende geschlossen.

Die Gastronomie war schon vor Weihnachten auf ein Minimalbetrieb heruntergefahren worden. Zuletzt durfte nur bis 18 Uhr und dann auch nur auf Außenflächen serviert werden. Die neuen Restriktionen sehen nun auch die Schließung der Terrassen vorErlaubt bleibt lediglich der Außer-Haus-Verkauf und der Lieferservice

Im Sportbereich müssen neben den Fitnesscentern auch Spas, Hallenbäder oder ähnliche Einrichtungen schließen. Bei Sportveranstaltungen sind Zuschauer grundsätzlich verboten.

Ob auch Kinos und Theater schließen müssen, steht noch nicht fest. Darüber werde man am Wochenende beraten, so Costa. Der bekannte Konzertsaal Es Gremi in Palma hat bereits die Schließung im Januar und Februar bekannt gegeben.

Weiterhin aufrecht erhalten wird der Schulbetrieb. Nach Ende der Weihnachtsferien hatte er am Freitag (8.1.) wieder begonnen. 

Rekord bei Neuansteckungen pro 24 Stunden

Die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez bezeichnete die Lage auf Mallorca als "extrem ernst". In den vergangenen 24 Stunden waren auf den Balearen 707 Neuansteckungen mit dem Coronavirus registriert worden, die meisten davon auf Mallorca. Um das öffentliche Gesundheitssystem zu entlasten, werde man über die Einbindung privater Kliniken beraten. Konkrete Beschlüsse sollen in der kommenden Woche fallen. 

Die bisherigen Restriktionen, darunter eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr, bleiben bestehen. Costa richtete sich in einem Appell an die Bevölkerung, zwei Wochen lang die Aktivitäten auf ein Minimum zu reduzieren - Bildung, Arbeit und lebensnotwendige Einkäufe -, und ansonsten auf soziale Kontakte zu verzichten.

Die Maßnahmen wurden am Freitag (8.1.) in einer Sitzung besprochen, an der die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol, Gesundheitsministerin Gómez sowie Arbeitgeber- und Gewerkschaftsverstreter teilnahmen.

Anschließend trat die balearische Gesundheitsminsiterin und die Regierungssprecherin Pilar Costa vor die Presse. Details der neuen Restriktionen gelten vorerst ausschließlich auf der Insel Mallorca. Am Wochenende werde man Details klären, um die Verordnung am Montag formell zu beschließen und am Dienstag im Gesetzesblatt BOIB zu veröffentlichen. 

Tarifpartner unterstützen Maßnahmen

In seit Corona-Zeiten gewohnter Einmütigkeit unterstützten Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften die Restriktionen. Die Präsidentin des Unternehmerverbands CAEB Carmen Planas sprach von "sehr harten aber notwendigen" Maßnahmen. Für den Verband der kleinen und mittelständischen Unternehmen auf Mallorca (Pimem) stellte sich Jordi Mora hinter die Beschlüsse. Aufgrund der desaströsen Lage vieler Unternehmen brauche man einen "Rettungsplan", forderte Mora

Auch die Dachgewerkschaftsverbände UGT und CCOO unterstützten die Maßnahmen. In einer kurzen Stellungnahme forderten sie die Balearen-Regierung dazu auf, die Restriktionen so lange beizubehalten, so lange es nötig sei. "Die Gesundheit geht vor", erklärte CCOO-Sprecher José Luis García. Wichtig sei es, das Kurzarbeitergeld über dieselbe Zeitstrecke beizubehalten, ergänzte UGT-Sprecher Alejandro Texías.  /tg


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