27. Januar 2021
27.01.2021
Mallorca Zeitung

Noch mehr Kritik an Plänen für Mallorcas neuen Campingplatz

Nachdem Anwohner und Umweltschützer sich gegen das Projekt auf der Finca Es Canons bei Artà ausgesprochen hatten, fordert nun auch das Rathaus einen Stopp

27.01.2021 | 10:30
Auf der Finca Es Canons soll der neue Campingplatz entstehen

Die Mehrheit der Parteien im Gemeinderat von Artà im Nordosten von Mallorca hat das balearische Umweltministerium aufgefordert, die Pläne für einen neuen Campingplatz auf der Finca Es Canons aufzugeben und jegliche Baumaßnahmen auf dem Gelände zu stoppen.

In einer Gemeinderatssitzung am Montag (25.1.) stimmten sowohl Vertreter der Regierungsparteien PSOE, El Pi und Alternative per Artà als auch die Oppositionspartei Independents dafür, das Umweltministerium an seinem Vorhaben zu hindern. Stattdessen solle das weitflächige Gelände von Es Canons in das Naturschutzgebiet Parc de Llevant aufgenommen werden. Damit treibt das Rathaus die ohnehin breite Kritik an dem Campingplatz weiter voran. Bereits im Dezember hatten Anwohner Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt und Umweltschützer gegen die Pläne gewettert.

Hintergrund: Tauziehen um einen Campingplatz in der Idylle Artà

Die Landesregierung hatte das 150 Hektar große Grundstück Es Canons im Gemeindegebiet Artà im Juni 2018 für 6,7 Millionen Euro aus Einnahmen der Touristensteuer gekauft. Im Dezember 2020 hatte das Umweltministerium angekündigt, auf rund 1,1 Hektar einen Campingplatz bauen zu wollen, auf dem bis zu 250 Personen in Zelten oder Wohnwagen unterkommen können, auch Picknicktische und -bänke, Feuerstellen, kleine Waschräume mit Duschen, ein Empfangshäuschen und ein Parkplatz sollen entstehen und bereits im Sommer 2021 einsatzbereit sein. Als Reaktion auf erste Proteste von Anwohnern hieß es im Ministerium bereits im Dezember, das Vorhaben sei „natürlich noch nicht zementiert" und "man könne über alles reden, vor allem über die Dimensionen".

Hier setzte das Rathaus nun an und forderte, dass Parkplätze wenn überhaupt dann nur auf einem Gelände von 2.500 Quadratmetern direkt an der Straße entstehen sollen und mahnte an, dass die Richtlinien zum Umweltschutz geprüft und eingehalten werden müssen. Zudem wolle das Rathaus über alle geplanten Eingriffe im Vorhinein informiert werden.

Wie ein Sprecher des Umweltministeriums nun bekannt gab, habe man die Baumaßnahme aufgrund des Widerstands vorrübergehend gestoppt. Man wolle jegliche Vorhaben in der Gegend nun noch einmal "überdenken". Zudem arbeite man weiter daran, die bereits 2019 angekündigte Erweiterung des Naturschutzgebiets Parc de Llevant umzusetzen. /somo

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