24. Februar 2021
24.02.2021
Mallorca Zeitung

Madrid verspricht Tourismusbranche und Gastronomie 11 Milliarden Euro

Premier Pedro Sánchez kündigte im Abgeordnetenhaus ein neues Hilfspaket an

24.02.2021 | 12:21
Der Tourismus-Sektor auf Mallorca hatte die Hilfen dringend eingefordert.

Hoffnungsschimmer für den Tourismussektor auf Mallorca. Mit einem Rettungspaket von 11 Milliarden Euro will die spanische Regierung durch die Corona-Krise stark angeschlagene Unternehmen in Spanien unterstützen. Das kündigte der spanische Premier Pedro Sánchez am Mittwoch (24.2.) bei einer Rede im spanischen Abgeordnetenhaus an. Das Geld solle "Unternehmen und Selbstständigen" zugute kommen, die insbesondere im "Tourismus, in Hotels oder in der Gastronomie" tätig sind.

Auf Mallorca begrüßte der Verband der kleinen und mittelständischen Unternehmen PIMEM die Ankündigung, warnte jedoch davon, dass noch unklar sei, ob es sich dabei um Direkthilfen oder um Kredite handele. Angesichts der bereits jetzt sehr hohen Verschuldung der Unternehmen seien nur Direkthilfen sinnvoll. 

Zu Beginn der Krise hatte die spanische Regierung vor allem reagiert, indem sie Kurzarbeitergeld (auf Spanisch ERTE) sowie öffentlich garantierte Krediten mit günstigen Konditionen (ICO) zur Verfügung stellte. Als sich die Krise über mehrere Monate hinzog, wuchsen die Sorgen darüber, dass die Schuldenlast für viele Unternehmen zu groß werden würde. Ein großer Teil der nun angekündigten Hilfen soll nun darin bestehen, bereits vergebene Kredite teilweise zu erlassen. Unternehmerverbände kritisierten bei den Verhandlungen zu dem Paket, dass damit jene Firmen benachteiligt würde, die auf Kredite verzichtet und auf die eigenen Reserven gesetzt hätten. Was den Unternehmen jetzt fehle, seien vor allem die seit Monaten ausfallenden Einnahmen.

Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera könnten besonders vom angekündigten Fonds profitieren. Die Inselregionen Balearen und Kanaren sind spanienweit am stärksten vom Einbruch des Tourismus betroffen. Die Wirtschaft der Balearen schrumpfte laut der Zentralbank Banco de España im Corona-Jahr 2020 um 27 Prozent und damit stärker als in irgendeiner anderen Region in Spanien. Spanienweit ging das Bruttoinlandsprodukt - also die Summe aller produzierten Waren und erbrachten Dienstleistungen - um 11 Prozent zurück.

Um der Wirtschaftskrise auf den Inseln entgegen zu steuern, hatte die Balearen-Regierung jüngst ein eigenes Landesministerium für EU-Fonds eingerichtet. Die Region will die EU-Gelder des in Aussicht gestellten Konjunkturpakets Next Generation EU so effektiv wie möglich nutzen. /tg


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