02. März 2021
02.03.2021
Mallorca Zeitung

EU-Kommission will Mitte März Plan für Impfpass vorlegen

Ein QR-Code auf dem Handy könnte etwa das Reisen zwischen Deutschland und Mallorca einfacher machen. Doch es gibt auch Vorbehalte

02.03.2021 | 10:17
So sieht der Grüne Pass auf dem Smartphone in Israel aus.

Es tut sich etwas in Sachen europaweitem Impfpass: Die EU-Kommission will nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa am 17. März einen Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen, der Corona-Impfungen, Covid-Erkrankungen und negative Tests vermerken soll. Kommissions-Vizepräsident Margaritis Schinas erklärte am Montag (1.3.) in Brüssel, dass das Ziel des Passes sei, einen sicheren Weg zur Aufhebung von Beschränkungen und zum Reisen in Europa zu finden. Damit würde das Reisen zwischen Mallorca und Deutschland auch wieder einfacher.

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende Februar einen Impfpass bis Sommer in Aussicht gestellt hatte, hatten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union zuletzt vereinbart, die Pläne für einen digitalen Impfpass voranzutreiben. Demnach sollen innerhalb von drei Monaten die technischen Voraussetzungen dafür stehen, dass Corona-Geimpfte europaweit fälschungssicher ihre Immunisierung nachweisen können.

Wie genau das passieren soll, ist noch nicht geklärt. Möglich wäre etwa ein einheitlich lesbares Dokument mit QR-Code, das man auf Papier oder auf dem Smartphone bei sich tragen könnte, so wie es derzeit bereits das Einreiseformular in verschiedenen Ländern, darunter Spanien und Deutschland darstellt. Das Problem dabei: Dazu müssen nationale Systeme der 27 EU-Staaten vergleichbar ausgestaltet und digital verknüpft werden, schreibt die dpa. Technisch sei dafür noch sehr viel vorzubereiten. Der geplante Gesetzentwurf würde zunächst einmal den rechtlichen Rahmen stecken.

Nach Angaben der dpa will die EU-Kommission das Dokument nicht nur als Impfnachweis begreifen. Auch frische negative Ergebnisse eines Corona-Tests könnten damit angezeigt werden, um auch Ungeimpften den Zugang zu Reisen, in Restaurants oder zu Veranstaltungen, wie etwa Konzerten oder ins Kino zu erleichtern. Ähnlich funktioniert der sogenannte Grüne Pass in Israel, wo bereits mehr als ein Drittel der Bevölkerung geimpft oder durch eine Erkrankung immun ist.

Die EU will es allerdings jedem Staat selbst überlassen, ob Menschen mit dem Impfpass Vorteile haben und wenn ja, welche. Noch sind gerade auch in Deutschland die Vorbehalte gegen den Grünen Pass groß. Derzeit hätten noch zu wenige Menschen Zugang zu einer Impfung, wird kritisiert. Zudem sei nicht klar, ob man trotz Impfung das Virus weitergeben kann. Auch eine mögliche mit einem derartigen Pass verbundene verkappte Impfpflicht stößt in vielen Ländern auf Widerstand.

Spanien befürwortet die Einführung eines Impfnachweises, um Reisen wieder aufnehmen zu können. Die Balearen haben sich bereits in Madrid als Pionierregion ins Gespräch gebracht, um Reisende mit einem Impfpass zu empfangen. Manche Experten glauben sogar, dass es in absehbarer Zeit Mallorca-Reisen nur noch in Verbindung mit einer erfolgten Corona-Impfung geben könnte. /jk (mit dpa)

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