09. März 2021
09.03.2021
Mallorca Zeitung

Alltours fordert "Verbot des Partytourismus" auf Mallorca

Inhaber Willi Verhuven formuliert "klare Erwartungen" an die Balearen-Regierung. Wettstreit um die öffentliche Aufmerksamkeit zwischen Deutschlands großen Reiseveranstaltern

09.03.2021 | 19:19
Im Frühling 2019 an der Playa de Palma feiernde Urlauber.

Deutschlands Reiseveranstalter nutzen weiter das Aufmerksamkeitsfenster, das ihnen die dieses Jahr rein digital stattfindende Internationale Tourismusbörse (ITB) und die erneuten Hoffnungen auf Urlaub zu Ostern bieten: Mit markigen Worten hat Alltours-Chef Willi Verhuven am Dienstag (9.3.) ein "Verbot" des Partytourismus auf Mallorca und "strikte Einreisekontrollen" gefordert.

In einer Pressemitteilung ist von "klaren Erwartungen an die mallorquinische Regierung und deren Tourismusministerium" die Rede. "Dazu gehöre, dass nur noch Personen mit negativem Corona-Test nach Mallorca reisen dürfen und der Partytourismus auf den balearischen Inseln und vor allem auf Mallorca verboten wird."

"Ein Partytourismus und Alkohol-Exzesse wie im letzten Jahr, die zu einem Ansteigen der Infektionszahlen und schließlich zur Schließung der Lokale geführt haben, dürften nicht wieder vorkommen", heißt es in der Mitteilung weiter. Gemeint sind dabei offenbar die Szenen feiernder Urlauber, die im vergangenen Sommer sehr schnell dazu geführt hatten, dass die Balearen-Regierung Vergnügungslokale an der Playa de Palma und in Magaluf dazu zwang, ihren Betrieb wieder einzustellen.

„Das Fehlverhalten einiger darf nicht zu Lasten der vielen vernünftigen Touristen sowie der Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie gehen, die ohnehin schon unter Kurzarbeit leiden und finanziell stark betroffen sind", belehrt Willi Verhuven die Balearen-Regierung, die freilich schon lange einen harten Kurs gegen die sogenannten Sauftouristen fährt und deren Tourismusminister Iago Negueruela schon einmal so weit gegangen ist, dass man auf diese Urlauber ganz verzichten wolle.

"Klare Vorstellungen" hat Alltours auch davon, wie Mallorca und die Nachbarinseln die Einreise zu regeln haben. In der Pressemitteilung heißt es: "Im letzten Sommer habe die Politik noch den Fehler gemacht, innerspanische Fluggäste nicht auf Corona zu testen – selbst Reisende aus den damaligen Corona-Hotspots Madrid und Barcelona. Dieser Fehler darf sich nach Überzeugung von alltours nicht wiederholen." Die Balearen bestehen derzeit bereits auf PCR-Tests bei Landsleuten, die aus anderen Teilen Spaniens einreisen.

Halte sich die Balearen-Regierung an die Ratschläge, werde alles gut, so Verhuven: „Unter diesen Voraussetzungen sind wir zuversichtlich, dass Mallorca eine gute Sommersaison haben wird. Wir werden jedenfalls unseren Teil dazu beitragen." Alltours könne zwischen 200.000 und 400.000 Gäste im Sommer nach Mallorca bringen. Die Unternehmensgruppe betreibt auf der Insel 26 Allsun-Hotels. Bereits am 19. Februar hatte sie mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, zukünftig, womöglich schon ab November, nur noch Gäste mit Impfpass in ihren Häusern zu akzeptieren.

Bei Tonfall und Zeitpunkt der Pressemitteilung mag auch eine Rolle gespielt haben, dass Sebastian Ebel, Vorstand des Mitbewerbers Tui, sich am Vorabend in Palma de Mallorca mit der balearischen Ministerpräsidentin Francina Armengol getroffen hatte und sich bei der anschließenden Pressekonferenz eher diplomatisch geäußert hatte. Der Wettstreit um die Mallorca-Urlauber ist offenkundig eröffnet.

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