17. März 2021
17.03.2021
Mallorca Zeitung

So erschlichen sich Eltern Plätze an beliebter Schule in Palma de Mallorca

Gericht sieht Dokumentenfälschung als erwiesen an - und verurteilt elf Angeklagte zu Haftstrafen

17.03.2021 | 09:59
Außenansicht auf die beliebte halbstaatliche Schule Sant Francesc in Palma de Mallorca

Ein Gericht in Palma de Mallorca hat elf Personen zu Haftstrafen zwischen sechs und neun Monaten und Bußgeldern verurteilt. Sie hatten Dokumente gefälscht , um so für ihre Kinder im Schuljahr 2013/2014 Plätze an der beliebten Vor- und Grundschule Sant Francesc in Palma zu sichern. Auch ein ein Sachbearbeiter, der den Eltern bei dem Betrug geholfen haben soll, wurde verurteilt.  

Die Schulplatzvergabe basiert auf einem Punktesystem, bei dem unter anderem der Wohnsitz der Familie, der Ort, an dem die Eltern arbeiten, oder chronische Krankheiten der Kinder gesondert berücksichtigt werden. Unter Angabe falscher Daten erschlichen sich die Verurteilten die Aufnahme an der Schule, während andere Familien abgewiesen und auf die Wartelisten gesetzt wurden.

Einer der Väter hatte beispielsweise angegeben, an den Avenidas in Palma zu arbeiten, tatsächlich befindet sich sein Arbeitsplatz jedoch in Santanyí. Ein anderer fälschte die Unterschrift seiner Chefin und erstellte eigenhändig ein Schreiben, aus dem hervorgeht, dass er in Palmas Zentrum statt in Marratxí arbeitet. Andere Eltern reichten Dokumente ein, aus denen hervorging, dass ihre Kinder unter angeblichen Krankheiten leiden. Ausgestellt worden waren sie von befreundeten Ärzten auf dem Festland.

Acht der Verurteilten gaben ihr Vergehen zu, sie wurden nun zu je einem halben Jahr Haftstrafe verurteilt, die auf Bewährung ausgesetzt wird. Sie müssen zudem mehr als 2.000 Euro Strafe zahlen. Die übrigen drei Angeklagten beharrten weiterhin auf der Echtheit der eingereichten Dokumente. Sie müssen für neun Monate ins Gefängnis (auch diese Strafe kann zur Bewährung ausgesetzt werden) und ebenfalls Strafen zahlen.

Die Betrugsfälle waren aufgeflogen, weil der Vater eines Kindes, das keinen Platz an der Schule bekam, Verdacht schöpfte und vor Gericht zog. Das nun gefällte Urteil kann angefochten werden. Der Kläger hatte auch gefordert, dass die Kinder der Betrüger von der Schule verwiesen werden sollen. Das lehnten die Richter ab, um Nachteile für die Minderjährigen zu vermeiden. /somo

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