20. März 2021
20.03.2021
Mallorca Zeitung

Falscher Gasmann bestahl gezielt Seniorinnen auf Mallorca

Seine Opfer waren zwischen 83 und 93 Jahren alt, seine Masche dreist - jetzt ist ein 40-Jähriger zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er gestand, es explizit auf alte Damen abgesehen zu haben, um ihren Schmuck zu entwenden

20.03.2021 | 11:31
Der falsche Gasmann gestand vor Gericht seine Taten auf Mallorca

Ein Gericht in Palma de Mallorca hat einen Mann zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Den Richtern zufolge hat er sich mehrfach als Kontrolleur von Gaszählern ausgegeben und alte Damen bestohlen.

Wie während der Ermittlungen herauskam, hatte der Mann Listen von Festnetztelefonen im Internet nach altmodischen Frauennamen durchforstet und dann die Nummern gewählt. Wenn sich eine ältere Frau meldete, erklärte er, Mitarbeiter der Gaswerke zu sein, und kündigte einen angeblich obligatorischen Besuch an, um den Zählerstand abzulesen. Bei seinem Besuch zeigte er einen gefälschten Ausweis vor. Dann ließ er sich von den alleinstehenden Seniorinnen für seine angeblichen Dienste mit gut 100 Euro entlohnen. Dabei verhielt er sich stets freundlich und vertrauenswürdig, sodass ihm einige seiner Opfer anschließend noch eine Tasse Kaffee anboten.

Erfahrung mit dem Umgang von Kunden hatte der Festlandspanier: Bereits im Jahr 2017 hatte er eine Zeit lang für eine Gasfirma in Palma de Mallorca gearbeitet, war dann aber arbeitslos geworden und nach Nordspanien zurückgekehrt. Allem Anschein nach kam er dann gezielt nach Mallorca zurück, um seine Orts- und Vorkenntnisse bei den Hausbesuchen nutzen. Unter dem Vorwand, auf die Toilette gehen zu wollen, schlich sich der Betrüger in die Schlafzimmer der Frauen und steckte heimlich Schmuck und andere wertvolle Gegenstände oder Bargeld aus der Wohnung ein. Die Opfer bemerkten das Fehlen erst später, als der 40-Jährige sich längst wieder verabschiedet hatte.

Insgesamt konnten dem Verurteilten sechs Fälle im Oktober und November 2020 auf Mallorca nachgewiesen werden, bei denen er rund 3.000 Euro an Bargeld und Sachgegenstände im Wert von rund 30.000 Euro gestohlen hat. Seine Opfer waren zwischen 83 und 93 Jahre alt. Der 40-Jährige gestand die Taten vor Gericht, nachdem Teile der Beute in seiner Wohnung und in seinem Auto sichergestellt worden waren.

Neben der Haftstrafe muss der Mann, der auch in Galicien, Asturien und Kantabrien ähnlicher Delikte beschuldigt wird, seinen Opfern je 7.500 Euro zahlen. /somo

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