06. Mai 2021
06.05.2021
Mallorca Zeitung

Rettungsschwimmer findet 2.000 Euro im Meer an der Playa de Palma und bringt sie zum Fundbüro

Das Geld befand sich in einer Plastiktüte, die er aufgesammelt hatte, um sie in den Müll zu werfen

06.05.2021 | 08:10
2.000 Euro ärmer aber mit besserem Gewissen. Rettungsschwimmer Francisco beim Abgeben des Geldes.

"Natürlich brauche ich das Geld. Ich arbeite als Rettungsschwimmer und bin gerade in Kurzarbeit. Aber seit ich die Tüte gefunden hatte, war ich nervös und unruhig. Und jetzt geht es mir besser. Ich glaube, dass ich das richtige gemacht habe." Das sind die Worte von Francisco, einem 48-jährigen Mann in Palma de Mallorca, der am vergangenen Sonntag (2.5.) im Wasser vor der Playa de Palma eine Tüte mit 2.000 Euro Bargeld gefunden hatte und sie schließlich im Fundbüro der Ortspolizei abgab. Erst wenn sich zwei Jahre lang niemand glaubhaft als Eigentümer des Geldes meldet, kann er den Fund behalten.

Francisco ist Rettungsschwimmer für ein zur Zeit wegen der Pandemie geschlossenes Hotel. In Kurzarbeit verdient er weniger Geld, aber hat mehr Zeit für seine Leidenschaft. Fast jeden Tag geht er im Meer schwimmen. "Ich nehme normalerweise eine Boje mit einem Netz mit. Und wenn ich Plastiktüten im Wasser sehe, sammele ich sie ein", sagt er. Am Sonntag gegen 17 Uhr sah er beim Schwimmen nahe dem Yachthafen von Can Pastilla eine Plastiktüte auf dem Meeresgrund in etwa drei Meter Tiefe. Auch sie sammelte er ein, in der Absicht das Plastik zu entsorgen.

Erst an Land stellte er bei einem Blick in die Tüte fest, was ihm da ins Netz gegangen war: Dokumente, die teilweise vom Wasser zerstört worden waren, und Geldscheine in akzeptablem Zustand. "Bei dem Anblick schlug mein Herz höher", erinnert sich Francisco im Gespräch mit der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Es handelte sich um knapp 2.000 Euro.

Zwei Tage lang zweifelte Francisco, was er nun tun solle. "Natürlich dachte ich daran, das Geld zu behalten", erklärt er am Mittwoch (5.5.) unmittelbar nach der Abgabe im Fundbüro. "Mit dem wenigen Geld komme ich nur schlecht über die Runden, wie viele Leute gerade. Aber dann dachte ich daran, dass es nicht mein Geld ist und dass es korrekt wäre, es abzugeben, falls sich der Besitzer meldet."

Im Fundbüro war man überrascht: "Tüten mit Bargeld werden selten abgegeben", sagt ein Polizist in der Wache im Carrer Jaume Lluís Garau auf Nachfrage des Journalisten. Die Polizisten händigten ihm eine Bescheinigung aus, die es ihm erlaubt, die Tüte wieder abzuholen, wenn sich zwei Jahre lang nicht der rechtmäßige Besitzer meldet. Francisco hat dann einen Monat Zeit, seinen Fund abzuholen. Sonst geht das Geld in die Kasse der Stadt Palma. /tg

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