12. Mai 2021
12.05.2021
Mallorca Zeitung

13 Jahre Haft für Neonazis gefordert, die Megapark-Türsteher attackierten

Die beiden deutschen Hooligans hatten den Wachmann 2019 so schwer verletzt, dass er nun arbeitsunfähig ist. Jetzt steht der Prozess an

12.05.2021 | 09:33
Der Megapark an der Playa de Palma, auf einem Archivbild.

Die Staatsanwaltschaft auf Mallorca fordert wegen schwerer Körperverletzung mit rassistischem Hintergrund je 13 Jahre Haft für die beiden deutschen Hooligans und Neonazis, die im Juni 2019 einen 44-jährigen Türsteher in der Großdiskothek Megapark so schwer verletzten, dass der Senegalese heute arbeitsunfähig ist. Der Prozess gegen die damals 20- und 21-Jährigen Robert F. und Johannes H., die mit einer größeren Gruppe gewaltbereiter Fußballfans der Region Leipzig angereist waren, soll kommende Woche in Palma eröffnet werden.

Laut Anklageschrift kam es zu dem Streit, nachdem der Türsteher während eines Marc Terenzi-Konzerts einen Freund der beiden Leipziger dazu aufgefordert hatte, die Bühne zu verlassen. Die hinzugekommenen Robert F. und Johannes H. seien dann auf den Türsteher losgegangen. Robert F. habe ihm einen Faustschlag in den Nacken versetzt, Johannes H. ihm die Beine wegzogen und zu Boden gestoßen. Danach sollen beide auf ihr Opfer eingetreten und eingeschlagen und dabei rassistische Beleidigungen geschrien haben.

Der Türsteher verlor das Bewusstsein und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Er trug schwere  Wirbelverletzungen davon, ist nunmehr linksseitig an Bein und Arm gelähmt und kann seiner Arbeit nicht mehr nachgehen.

Lesen Sie hier: Das ist die Türsteher-Szene auf Mallorca

Laut einem Megapark-Sprecher verhielt sich die Gruppe vor dem Angriff unauffällig. Für solche Vorfälle hatte der Megapark eigentlich auch einen Neonazi-Aussteiger eingestellt, der das Sicherheitspersonal auf rechtsradikale Partygäste aufmerksam machen soll.

Die beiden Deutschen waren nach dem Angriff von anderen Besuchern sowie Megapark-Mitarbeitern festgehalten worden. Die Ortspolizei entdeckte bei der Überprüfung der Personalien auf ihren Handys Ku-Klux-Klan- und Hakenkreuz-Bilder. Sie wurden festgenommen und verbrachten zunächst ein Jahr in Untersuchungshaft auf Mallorca. Seither befinden sie sich wieder in Deutschland. /ck

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