16. Mai 2021
16.05.2021
Mallorca Zeitung

Leipziger Neonazis sagen per Videoschalte vor Gericht in Palma aus

Auftakt im Prozess gegen die Hooligans, die 2019 einen Türsteher im Megapark schwer verletzten. Die Staatsanwaltschaft fordert je 13 Jahre Haft

16.05.2021 | 13:13
Zu dem Angriff kam es bei einem Marc Terenzi-Konzert im Megapark.

Der Prozess gegen die beiden deutschen Neonazis, die im Juni 2019 einen senegalesischen Türsteher vom Megapark attackierten, beginnt. Die Gerichtstermine sind für Montag (17.5.) und Dienstag angesetzt. Von Reue war bei den Angeklagten Robert F. und Johannes H. bisher wenig zu sehen. Sie werden nicht in Palma vor Gericht erscheinen, sondern per Videokonferenz zugeschaltet.

Die heute beide 22-Jährigen aus Leipzig waren mit einer Gruppe gewaltbereiter Hooligans auf die Insel angereist. Bei einem Marc Terenzi-Konzert kletterte ein Freund von ihnen auf die Bühne. Der Türsteher forderte ihn auf, wieder runterzukommen. Daraufhin gingen Robert F. und Johannes H. auf den Senegalesen los. Robert F. habe ihm einen Faustschlag in den Nacken versetzt, Johannes H. ihm die Beine wegzogen und zu Boden gestoßen. Danach sollen beide auf ihr Opfer eingetreten und eingeschlagen und dabei rassistische Beleidigungen geschrien haben, heißt es in der Anklageschrift.

Der Türsteher brach sich bei dem Angriff die Nase und zog sich schwere Verletzungen an der Wirbelsäule und am Rückenmark zu, die zu einer sogenannten Myelopathie führten. Diese hat wiederrum zur Folge, dass der Senegalese linksseitig gelähmt und dadurch arbeitsunfähig ist. Es gehe ihm soweit ganz gut, sagte der Türsteher vor dem Prozess der MZ. Entschuldigt für die Tat habe sich bei ihm noch keiner.

Laut Anklageschrift sind die beiden Deutschen nicht vorbestraft. Wie die MZ erfahren hat, sollen sie aber ständige Mitglieder in der Hooligan- und Neonaziszene sein. So soll Robert F. an organisierten Schlägereien teilnehmen und in einem Kampfsportclub, das von einem Neonazi betrieben wird, trainieren. Johannes H. soll sich der Querdenkerbewegung angeschlossen haben und bei einer Demonstration einen Polizisten angegriffen haben.

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen schwerer Körperverletzung mit rassistischem Hintergrund je 13 Jahre Haft. Zudem sollen die Angeklagten Schadensersatz in Höhe von rund 116.500 Euro zahlen. /rp

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