11. Juni 2021
11.06.2021
Mallorca Zeitung

Palma de Mallorca streitet über obszöne Waffeln

Nicht gerade jugendfrei: Zwei neue Geschäfte im Zentrum preisen für alle Passanten sichtbar Leckereien in Form von Sexualorganen an. Die Forderung, die Ausstellung der Artikel zu verbieten, lehnte das Rathaus nun ab

11.06.2021 | 11:39
Das Lokal am Carrer Sindicat buhlt mit sexy gekleideten Mitarbeitern und Fotowänden um die Aufmerksamkeit der Kunden

Passanten im Zentrum von Palma de Mallorca dürften die neuen Lokale bereits aufgefallen sein: Seit einigen Wochen verkaufen gleich zwei Geschäfte Waffeln und andere Süßigkeiten in Form von männlichen und weiblichen Sexualorganen. Auch in den Schaufenstern sind die vulgären Leckereien ausgestellt. Und das wird wohl auch so bleiben. Der Forderung, die Penisse und Vaginas durch eine Verordnung aus dem Sichtfeld vorbeilaufender Kinder zu entfernen, kommen die regierenden Parteien im Stadtrat nicht nach.

Die Stadt habe weder die Kompetenz, die Ausstellung der Ware zu verbieten, noch Minderjährigen den Zugang zum Laden zu verwehren, erklärte am Donnerstag (10.6.) die städtische Tourismus- und Verbraucherdezernentin Elena Navarro. Auch dann nicht, wenn es sich um eine "unangemessene Tätigkeit" handele.

Den Antrag auf ein Verbot hatten zuvor Abgeordnete der rechten Oppositionspartei Vox eingebracht. "Es ist doch scheußlich ein kleines Kind auf der Straße zu sehen, das einen Schwanz isst", so Vox-Stadtrat Sergio Rodríguez unverblümt. Auch die konservativen PP argumentiert mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen.

Der Trend der "pollerías" und "verguerías" stammt ursprünglich wohl aus dem Madrider-Schwulenviertel Chueca.  Bereits 2019 hatte ein Lokal in der Briten-Hochburg Magaluf derlei angeboten. Die beiden konkurrierenden Läden in Palma de Mallorca- einer an der Flaniermeile Passeig del Born und einer in der Einkaufsstraße Carrer Sindicat - reißen sich geradezu um die Aufmerksamkeit ihrer Kunden.Vor allem vor dem Lokal am Carrer Sindicat bilden sich regelmäßig Menschenaufläufe, weil hier Mitarbeiter in provokativen  Outfits die Aufmerksamkeit erregen. Fotowände im Inneren laden zudem dazu ein, sich mit den obszönen Leckereien abzulichten und die Bilder im Netz zu teilen. Meist sind es vor allem Jugendliche, die dieser Aufforderung nachkommen.

Bisher waren Artikel mit direkten sexuellen Anspielungen auf Mallorca vor allem in Urlaubsorten verbreitet, die viele Partytouristen anziehen. Vom Flaschenöffner bis hin zum Kugelschreiber in Penisform gibt es in vielen Souvenirshops seit Jahren alle möglichen Gebrauchsgegenstände zu kaufen. /somo

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