17. März 2011
17.03.2011

Gewinner Adoptivkinder, Verlierer Heimkinder

Was kann es Schlimmeres für Kinder geben, als von ihren Eltern – aus welchen Gründen auch immer – verlassen zu werden?

27.01.2011 | 10:13

Was kann es Schlimmeres für Kinder geben, als von ihren Eltern – aus welchen Gründen auch immer – verlassen zu werden? Die glücklichste Wendung, die ein kleines Menschenleben danach erfahren kann, ist wohl die Adoption durch eine andere Familie. Ein Problem, eine Lösung, Happy End. Zudem gibt es auf Mallorca und im Rest der Welt deutlich mehr Menschen, die adoptieren wollen, als dafür zur Verfügung stehende Waisenkinder.

Doch so einfach liegt der Fall bei vielen anderen Kindern, deren Eltern Schwierigkeiten mit der Erziehung ihres Nachwuchses haben, nicht. Größere und langwierigere Probleme als Adoptierte haben die vielen Kinder, die von ihren Eltern vernachlässigt und schließlich oftmals gar nicht mehr von ihnen betreut werden und dann in einem staatlichen Heim landen. Derzeit leben 331 Kinder und Jugendliche auf Mallorca in Einrichtungen der Jugendbehörde. Sie sind die wirklichen Verlierer. Sie sind keine Waisen und deswegen auch nicht zur Adoption freigegeben, aber sie haben dennoch keine Familie. Oftmals bekamen sie von ihren Eltern wenig Aufmerksamkeit und Liebe, in vielen Fällen wurden aber nicht einmal ihre notwendigsten Bedürfnisse erfüllt. Zum Teil wurden die Kinder nicht angemessen mit Nahrung und Kleidung versorgt, sie wurden geschlagen oder auch sexuell missbraucht. Ihre Eltern haben oftmals selbst körperliche und psychische Probleme oder sind drogenabhängig. Viele dieser Kinder sind in ihrer Entwicklung verzögert und verhalten sich problematisch, aus gut nachvollziehbaren Gründen.

Für viele von ihnen wäre das Leben in einer Pflegefamilie eine große Hilfe. Aber die Aufnahme schwieriger Kinder und Jugendlicher über mehrere Monate oder Jahre gilt als weit weniger attraktiv als die Adoption eines noch weitgehend formbaren Babys oder Kleinkinds. Engagierte Pflegeeltern für ältere Kinder fehlen auf Mallorca. Wer sich dieser Aufgabe stellt, bei dem steht weniger die Erfüllung eines Kinderwunsches im Vordergrund, sondern vielmehr selbstlose Nächstenliebe.

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