26. September 2013
26.09.2013

Plastikseuche: Zumindest Schadensbegrenzung muss sein

28.09.2013 | 19:52

Wie die Zähne putzen, wie das Mittagessen zubereiten, wie scharf sehen? Wer auch nur einen Tag lang auf Plastik verzichten möchte, wird schnell feststellen, dass dies in unserer heutigen Welt kaum mehr möglich ist. Plastik ist allgegenwärtig, die Menschheit wird es nicht mehr loswerden. Das Verbrennen nicht mehr benötigten Plastiks verpestet die Umwelt, Flora und Fauna der Weltmeere ächzen unter dem Plastikmüll, und über die Nahrungskette sind die im Plastik enthaltenen Schadstoffe längst im menschlichen Körper angekommen. Das lässt sich nicht mal eben wieder in Ordnung bringen. Möglich ist nur mehr Schadensbegrenzung.

An der muss erstens jeder einzelne mitarbeiten. Mit ein klein wenig Anstrengung lässt sich selbst in Spanien ein Teil des Plastikmülls, der tagtäglich verursacht wird, vermeiden. Selbst wenn es nur Tüten, Flaschen und Gemüseverpackungen sind. Zweitens ist die Politik in der Pflicht. Sie kann Plastikverpackungen verbieten oder durch Besteuerung unattraktiv machen, die Einführung eines Pfandsystems forcieren oder illegales Müllentsorgen hart bestrafen. Auf den Balearen wäre hier noch besonders viel zu tun. Drittens besteht auf internationaler Ebene – und zwar wie beim Kampf gegen den Klimawandel – weit über die europäischen Grenzen hinaus Handlungsbedarf. Mag die Arbeit der Müllboote rund um die Balearen noch so wichtig sein, sie ist sinnlos, solange von Afrika her immer neuer Müll angeschwemmt wird.

Und viertens ist die Wissenschaft gefragt, der Gelder zur Verfügung gestellt werden müssen, um der Dimension der Plastikseuche in den Ozeanen auf den Grund zu gehen. Erst wenn das Ausmaß der Katastrophe bekannt ist, wird zumindest über Finanzierungsmöglichkeiten für Säuberungsaktionen nachgedacht werden – die aus heutiger Sicht unbezahlbar und deshalb undenkbar erscheinen. Solange das Problem nur wahrgenommen wird, wenn es mal an irgendeinem Strand an Land schwappt, wird sich rein gar nichts tun.

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