Meinung
Kommentar: Niki-Pleite - der schlimmstmögliche Fall ist eingetreten
Bis Mittwoch (13.12.) gab es verschiedene Szenarien, wie der Krimi um Niki ausgehen könnte. Das tatsächliche Ende ist nun die schlimmstmögliche Variante. Gestrandete Urlauber auf Mallorca, Reisende mit wertlosen Tickets, Insel-Residenten, die an Weihnachten nicht nach Hause fliegen können, Angestellte mit ungewisser Zukunft - mit dem Grounding der Air-Berlin-Tochter ist das Worst-case-Szenario eingetreten. Und das alles kurz vor Weihnachten.
Die betroffenen Reisenden schimpfen jetzt auf die da oben, und sie haben recht: Es war Zeit genug, eine Lösung zu finden. Aber da war die Lufthansa, die die Chance zum Befreiungsschlag sah und zu viel wollte. Da war die Bundesregierung, die laut von einem "deutschen Champion" träumte und dafür 150 Millionen Euro springen ließ. Da waren die Insolvenz-Verwalter, die trotz der absehbaren Bedenken der EU-Kommission dieses Angebot annahmen. Und da waren die Brüsseler Wettbewerbshüter, die um eine marktbeherrschende Stellung zu verhindern, den Verbraucherschut außer acht ließen.
Besonders ärgerlich ist, dass Kunden bis kurz vor dem Insolvenzantrag Tickets gekauft haben, die nun wertlos sind. Zu der Luftbrücke zwischen Mallorca und deutschen Städten gibt es keine Alternative, Residenten wie Urlauber können sich nicht einfach in den Zug setzen. Der Schaden ist angerichtet, Air Berlin und Niki sind Vergangenheit. Nun müssen andere Fluggesellschaften schnell in die Bresche springen und die Gesetze der Marktwirtschaft für einen funktionierenden und nachhaltigen Wettbewerb sorgen.
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