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Vielleicht
Eine Kolumne von Juan José Millás

Yoga mit Blick aufs Meer / Nele Bendgens
Heute Morgen ging ich zu einem Sportzentrum, um mich für Pilates anzumelden, meldete mich aber versehentlich für Yoga an. Ich bemerkte den Irrtum erst, als ich zu Hause war und war zu faul, ihn zu beheben. Im Laufe des Tages beschloss ich dann, die Dinge so zu lassen, wie sie sind. Ich bin geradezu besessen von dem Aberglauben, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht und dass mein Irrtum sich auf lange Sicht nicht nur als vorteilhaft erweisen, sondern vielleicht sogar ein Unglück verhindern könnte, das mir im Pilates-Kurs widerfahren würde. Ich bin mit der Gabe geboren, mir Katastrophen vorzustellen, und in einer Pilates-Stunde könnten mir schreckliche Dinge mit den Muskeln passieren.
„Aber du wolltest dich doch für Pilates anmelden“, sagte meine Frau, als sie das Anmeldeformular auf dem Tisch sah.
„Der Kurs war ausgebucht“, log ich schuldbewusst, da ich gleich merkte, dass sie mir nicht glaubte. Sie glaubt mir nie, wenn ich sie anlüge.
Eigentlich, dachte ich später, bin ich nicht abergläubisch: Ich tue nur so, als ob ich abergläubisch wäre, so wie ich vorgebe, ein Hypochonder zu sein. Warum? Ich denke, weil ich meine Familie nicht enttäuschen will, die davon überzeugt ist, dass ich beides bin. Seit meiner Kindheit habe ich viele meiner eigenen Wünsche aus der Angst verleugnet, meine Eltern zu enttäuschen, meine Lehrer, meine Freunde, meine Freundinnen … Wenn ich darüber nachdenke, habe ich gelebt, um andere zufriedenzustellen, ich habe alle meine Wünsche auf unbestimmte Zeit verschoben.
Nachdem ich beschlossen hatte, dieser Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen, griff ich zum Telefon und rief im Sportzentrum an, um Yoga gegen Pilates zu tauschen. Aber als der Hörer abgenommen wurde, bekam ich es mit der Angst zu tun und legte wieder auf. Vielleicht bin ich ja doch ein bisschen abergläubisch.
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