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Mallorca Zeitung

Frank Feldmeier.

Kommentar

Frank Feldmeier

Es wird ein Kraftakt für die Linken auf Mallorca

Ein Kommentar von MZ-Vize Frank Feldmeier zu den Folgen des Wahlausgangs in Andalusien

Die sozialistische Ministerpräsidentin Francina Armengol wird es im Superwahljahr 2023 wohl nicht leicht haben DM

Als die konservative Oppositionsführerin auf Mallorca und den Nachbarinseln, Marga Prohens, ihrem Parteikollegen Juanma Moreno am vergangenen Sonntag zu seinem Wahlsieg in Andalusien gratulierte, hatte der auch eine ermutigende Botschaft für sie. „Das ist nur der Anfang, jetzt seid ihr an der Reihe!“, zitierte Prohens den neuen Helden der Volkspartei. Dass die PP in Andalusien jetzt mit absoluter Mehrheit regieren kann, ohne auf die Rechtspartei Vox angewiesen zu sein, sorgt spanienweit für Euphorie bei den Konservativen – gerade mit Blick auf das spanische Superwahljahr 2023.

Auf den Balearen wird im Frühjahr wieder gewählt. Die Inseln sind zwar nicht Andalusien. Anders als dort genießt hier nicht die PP, sondern die Sozialistin Francina Armengol den Amtsbonus und kann sich die derzeitigen Erfolge in der Krisen- und Arbeitsmarktpolitik auf die Fahnen schreiben.

Aber es gibt auch Parallelen mit Andalusien. Die Linken als zerstrittener Haufen – dieses Image lässt sich nach Lesart der PP auch auf die Balearen anwenden: Die Juniorpartner der Sozialisten, Més und Podemos, ringen um ein eigenes Profil, und der Eklat in Palmas Rathaus ist Wasser auf die Mühlen der Opposition. Der Balearen-PP wird zudem mit dem moderaten Stil von Moreno ein Erfolgsweg gewiesen, der ohne Pakt mit Vox auskommt und besser bei den Insel-Wählern ankommen dürfte als der bisherige Radau. Vor allem aber: Seit Sonntag liegt so etwas wie Wechselstimmung in der Luft. Gegen sie anzukämpfen, dürfte die Linksparteien in den kommenden Monaten alle Kraft abverlangen.

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