Meinung | Kommentar
Ukrainische Geflüchtete auf Mallorca: Trotz Alltags nicht gleichgültig werden

Geflüchtete aus der Ukraine, die von einem Freiwilligen (r) unterstützt werden, verlassen den Grenzübergang in Medyka im Südosten Polens. Nach der Ankündigung Russlands, dass die Truppen aus verschiedenen Teilen der Ukraine abgezogen werden könnten, kehren einige ukrainische Geflüchtete in ihr Land zurück. Foto: Sergei Grits/AP/dpa
Menschliches Zusammenleben ist so bereichernd wie schwierig – vor allem wenn der Alltag einkehrt. Das ist aus Liebesbeziehungen bekannt, aber auch aus Erfahrungsberichten von Menschen, die andere Menschen bei sich aufnehmen, weil diese vor Leid und Krieg fliehen. Auch auf Mallorca, zwischen Palmen und pa amb oli, ist das nicht anders, jetzt, wo viele ukrainische Geflüchtete die erste Erleichterung darüber, auf der Insel in Sicherheit zu sein, verdaut haben. Jetzt, wo es daran geht, sich einzuleben, in einem Land mit anderen Traditionen und Sitten. Jetzt, wo klar wird, dass Mallorca wohl oder übel eine längere Angelegenheit wird statt ein kurzes Intermezzo. Selbst uns deutsche Auswanderer holt der Inselalltag früher oder später ein. Auch wir merken ab einem gewissen Punkt, dass Integration vor allem Eigeninitiative und Kraft bedarf. Dass das Zusammentreffen verschiedener Sprachen und Kulturen zwar inspirierend sein kann, aber auch mal zu Missverständnissen führt. Doch im Gegensatz zu den ukrainischen Geflüchteten haben wir keine Männer in unserer Heimat, die an der Front ihr Leben riskieren, hören wir keine Nachrichten von der Zerstörung unseres Herkunftslands, und vor allem: Wir sind und bleiben auf Mallorca, weil wir selbst es so gewählt haben. Wirklich nachempfinden, wie schwer es ist, sein Land, sein Haus, seine Freunde und Verwandte zu verlieren, können wir nicht. Dennoch sollten wir uns bewusst machen, was Geflüchtete – egal, woher sie kommen – durchmachen. Und helfen, so gut wir können. Auch wenn ihr Schicksal nicht mehr täglich Schlagzeilen macht.
- Playa-Unternehmer Carlos Lucio kauft weiter die legendäre Bierstraße auf Mallorca auf
- Ich möchte niemanden hereinbitten': So beengt lebt ein 69-jähriger Auswanderer in seinem Wohnmobil auf Mallorca
- Sinnloser Vandalismus auf Mallorca: Junger Deutscher zertrümmert Taxi-Scheibe in der Schinkenstraße
- Erste Maschine aus Abu Dhabi landet auf Mallorca: So will Etihad die Palma-Verbindung ausbauen
- Mallorca, halt den Cortado fest: Etihad macht sich in Palmas Innenstadt mit Luxus und Mango-Schaum breit
- Auf Mallorca trat er beim Festival 'Circaire' auf: Zirkuskünstler mit deutschen Wurzeln stirbt bei tragischem Surfunfall
- Wo kann man den WM-Auftakt der Deutschen auf Mallorca schauen?
- Mietwagen-Schock auf Mallorca: Preise steigen um mehr als ein Drittel
