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Patrick Schirmer Sastre

Sexistische Rufe von Studenten in Madrid: Beim Extremismus kommt es auf die Konservativen an

Eine lautstarke Fraktion positioniert sich als Widerstand gegen eine offene Gesellschaft, meint Patrick Schirmer Sastre

Screenshot aus der Szene am Studentenwohnheim in Madrid. DM

Die sexistischen Rufe von den Studenten eines katholischen Wohnheims in Madrid sind verachtenswert. Wirklich überraschen sollten sie aber niemanden. Denn so sehr man große Teile der spanischen Gesellschaft als weltoffen und tolerant erlebt, so sehr zelebriert ein nicht unbedeutender Teil das geistige und moralische Hinterwäldlertum. Politisch institutionalisiert durch die rechtsextreme Vox und Teile der konservativen PP ist dies ein Teil der Gesellschaft, der es als Ehre empfindet, als „fachas“ (Faschisten) bezeichnet zu werden. Lautstark positioniert sich diese Fraktion als Widerstand gegen eine offene Gesellschaft.

Deshalb ist es absolut heuchlerisch, wie sich die Studenten und auch die Wohnheimleitung für das Verhalten entschuldigen. Denn dass der Vorfall vor wenigen Tagen keine Ausnahme war, beweisen mehrere Aufnahmen, die in den Tagen darauf veröffentlicht wurden. Unter anderem eine, in der zahlreiche Studenten derselben Einrichtung lautstark „Sieg Heil“ brüllen. In diesem Kontext zu behaupten, das Verhalten der Schüler entspräche nicht den gelehrten Werten ist Augenwischerei. Und auch das Argument, dass nicht alle beteiligt waren, ist ziemlich blutleer, wenn niemand sich ernsthaft in den Weg stellt.

Das Problem ist, das zeigen Wahlergebnisse, dass diese Geisteshaltung in Europa längst normalisiert ist. Nun kommt es auf die Konservativen an: Denn wer mit den Rechtsextremen gemeinsame Sache macht, der heißt auch so ein Verhalten gut. Da kann man so viel von Werten schwafeln wie man möchte.

Los gritos sexistas de los alumnos de una residencia católica en Madrid son despreciables. Pero en realidad no deberían sorprender a nadie. Pues por mucho que gran parte de la sociedad española se considere cosmopolita y tolerante, una parte no despreciable celebra el atraso espiritual y moral. Institucionalizado políticamente por la ultraderecha de Vox y parte del Partido Popular, es un sector de la sociedad que considera un honor ser llamado „fachas“. De manera tan enérgica como ruidosa, esta facción se posiciona como una resistencia a una sociedad abierta.

Es, por lo tanto, absolutamente hipócrita la forma en que los estudiantes y también la dirección de la residencia se disculpan por su comportamiento. Que el incidente de hace unos días no fue una excepción lo demuestran varias grabaciones que se publicaron en los días posteriores. Una de ellas muestra a numerosos estudiantes de la misma institución gritando „Sieg Heil“. En este contexto, afirmar que el comportamiento de los estudiantes no se corresponde con los valores académicos es una patraña. Y el argumento de que no todo el mundo estaba involucrado también es bastante anémico si nadie se interpone seriamente.

El problema es que esta mentalidad, como demuestran resultados electorales, hace tiempo que se ha normalizado en Europa. Ahora les toca a los conservadores porque quien pacta con la extrema derecha también aprueba su comportamiento. Por mucho que se parlotee sobre valores.

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