Meinung | DER INSELDUDEN
Die Neider sterben, der Neid niemals
MZ-Kolumnist Jan Lammers setzt sich diese Woche mit dem Thema Neid auseinander

Hunde stehen im Mittelpunkt des neuen Tierschutzgesetzes. / MIGUEL ÁNGEL RODRÍGUEZ
Neid, Empfindung, Haltung, bei der jemand einem andern dessen Besitz oder Erfolg nicht gönnt und selbst haben möchte
Häufig sind offen ausgesprochene Drohungen nichts weiter als Schall und Rauch. Als viel gemeiner erweisen sich hingegen oftmals hintergründige Handlungen wie die sechste der klassischen Todsünden: „Neid, der spricht und lärmt, ist immer ungeschickt; fürchten muss man den verschwiegenen Neid“, so der französische Moralist Antoine Rivaroli. Auf der Insel lautet eine Redewendung: „Ein neidischer Hund nagt nicht an seinem Knochen, noch lässt er nagen“ (Ca envejós, ni rovega ni deixa rovegar s’os).
Ähnliches gilt für eifersüchtige Ehemänner. Eine Feststellung mit ländlichem Hintergrund besagt, dass „im feuchten Boden zu sähen den Nachbarn vor Neid umbringt und den Besitzer vor Hunger“ (Es sembrar espès fa morir es veí d’enveja i l’amo de fam). Denn diese Methode war berühmt, aber auch gefährlich, da die Saat leicht ertränkt werden konnte. Einer gelungenen Tat steht stets die Missgunst anderer gegenüber: „Neid ist des Ruhmes Geleit“, verewigte der römische Geschichtsschreiber Cornelius Nepos diesen Wesenszug vieler Mitmenschen, die den Erfolg anderer nicht würdigen.
Ein weiteres anschauliches Bonmot auf Mallorquinisch gibt schmunzelnd zum Besten, „wenn der Neid ein Exzess wäre, würden sich alle kratzen, und wenn er Feuerrauch wäre, würde die ganze Welt mit schwarzem Gesicht herumlaufen“ (Si s’enveja fos tinya, tothom grateria i si fos mascara, tothom duria sa cara negra). Mit dem geläufigen Sprichwort „Der König ist tot, es lebe der König!“ (Le roi est mort, vive le roi ) wurde in Frankreich bis 1824 der Tod des alten Königs bekannt gegeben und gleichzeitig sein Nachfolger ausgerufen. Der französische Komödiendichter Molière drückte auf eine andere Art und Weise eine ungebrochene Kontinuität aus: „Die Neider sterben, nimmer stirbt der Neid.“
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