Meinung | Kommentar
Rechte Politik auf Mallorca: hoffentlich kein Vorreiter für Europa
Eine Brandmauer gegen rechtsextreme Parteien wie in Deutschland gibt es auf Mallorca nicht. Hier sitzen die Rechten mit am Hebel der Macht - und das hat teilweise menschenverachtende Folgen, schreibt MZ-Redakteurin Sophie Mono

Die rechtsextreme Partei Vox regiert auf Mallorca mit / Europa Press
In Spanien und auf den Balearen mag der bei der Europawahl deutlich gewordene Rechtsruck geringer ausgefallen sein als in Deutschland oder anderen Ländern. Das heißt aber nicht, dass rechtsextreme Einflüsse in der Politik hier geringer sind – im Gegenteil. Anders als in Deutschland existiert in Spanien keine Brandmauer gegenüber der spanischen AfD-Version Vox.
Die Rechten regieren im Inselrat und in Palmas Rathaus direkt, in der balearischen Landesregierung indirekt mit. Hier steht der Rechtsruck nicht nur auf dem Papier – für manche Bevölkerungsgruppen auf der Insel bringt er bereits ganz konkrete Verschlechterungen im Alltag mit sich. Vor allem für irreguläre Einwanderer, die ohnehin einen schweren Stand haben.
Regulierung statt Kriminalisierung
Darf man – auf Mallorca, in Spanien, in Deutschland und Europa – die Einwanderungsthematik auf die leichte Schulter nehmen, herunterspielen, romantisieren? Sicherlich nicht. Natürlich sollte eine Regulierung der Zuwanderungsströme in unser aller Interesse sein. Flächendeckende Register wie die Einschreibung beim Rathaus (empadronamiento) sind dafür der erste wichtige Schritt. Nur so kann überhaupt eine Art von Kontrolle herbeigeführt werden – auf die dann soziale Hilfsangebote, aber auch Ordnungsmaßnahmen aufbauen sollten.
Das empadronamiento für Migranten abzuschaffen, wie Vox es will, ist ein Fehler, und die Kriminalisierung der Zuwanderer nicht nur menschenverachtend, sondern auch gefährlich. Was auf Mallorca im Kleinen beginnt, könnte sich in Europa fortsetzen. Hoffentlich nicht.
En España y Baleares, el giro a la derecha que se puso de manifiesto en las elecciones europeas puede haber sido menos pronunciado que en Alemania u otros países. Sin embargo, esto no significa que haya menos influencias de extrema derecha en la política, sino todo lo contrario. A diferencia de Alemania, en España no hay cortafuegos contra la versión española de la AfD, Vox. Los ultraderechistas gobiernan directamente en el Consell y en el ayuntamiento de Palma, e indirectamente en el Govern balear. Aquí, el giro a la derecha no es solo sobre el papel: para algunos sectores de la población, ya está teniendo un impacto muy real en la vida cotidiana. Especialmente para los inmigrantes irregulares, que de por sí no lo tienen fácil.
¿Podemos – en Mallorca, en España, en Alemania y en Europa – tomarnos el tema de la inmigración a la ligera, restarle importancia, idealizarlo? Desde luego que no. Por supuesto, regular el flujo de inmigrantes debería redundar en beneficio de todos. Los registros exhaustivos, como el empadronamiento, son el primer paso importante en esta dirección. Solo así podrá establecerse algún tipo de control en el que deberán basarse los programas de asistencia social y las medidas reguladoras. Suprimir el empadronamiento para los inmigrantes, como quiere Vox, es un error, y criminalizar a los inmigrantes no solo es inhumano, sino también peligroso. Lo que empieza a pequeña escala en Mallorca podría continuar en Europa. Esperemos que no.
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