Meinung

Wiedereröffnung des Medusa Beach Club: Einfach weitermachen nach vier Toten

Sieben Wochen nach dem Restauranteinsturz eröffnet der Betreiber am selben Ort unter anderem Namen ein neues Lokal. Das Rathaus schaut zu. Das ist nicht nur schwer zu verdauen, es ist empörend, findet MZ-Chef Ciro Krauthausen in einem Kommentar

Trauer am Unglücksort: Ein Mann steckt in die Absperrung am Medusa Beach Club Blumen zum Gedenken an die Opfer.

Trauer am Unglücksort: Ein Mann steckt in die Absperrung am Medusa Beach Club Blumen zum Gedenken an die Opfer. / Alba Vázquez de la Torre

Christian A. , der Betreiber des Medusa Beach Club, verteilte nur einen Tag nach dem Teileinsturz seines Restaurants Flyer für ein anderes seiner Lokale an der Playa de Palma. Er begründete das im Nachhinein als Kurzschlusshandlung: Im Schock habe er einfach weitergemacht.

Nun wird bekannt, dass er einen Teil des Medusa Beach Clubs unter neuem Namen wiedereröffnet, nur sieben Wochen nach dem Unglück, bei dem vier Menschen starben, darunter zwei deutsche Urlauberinnen. Und das ist nun wirklich schwer zu verdauen.

Warum er sich dazu entschlossen hat, wissen wir nicht. Christian A., gegen den unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird, weil die eingestürzte Terrasse illegal war, antwortet nicht auf die MZ-Anfrage. Vermutlich sind es unternehmerische Gründe: weiter Geld verdienen, Geschäfte am Laufen halten, Gehälter bezahlen, sich für womöglich hohe Entschädigungen wappnen. Das mag legitim sein, ist aber an diesem Ort zutiefst unmoralisch.

Die Stadt erlaubt es ihm, die notwendigen Betriebsgenehmigungen sollen ersten Erkenntnissen zufolge vorliegen. Das mag so sein (wobei Zweifel angebracht sind, ob die Stadt in ihrem Genehmigungswust überhaupt noch durchblickt), und ist doch ebenfalls unmoralisch. Es ist dieselbe Verwaltung, die über Jahre hinweg nichts gegen die Missachtung der Bauvorschriften in dem Lokal unternahm und somit mitschuldig am Einsturz ist.

Die Tragödie vom Medusa Beach Club müsse ein Wendepunkt für die Playa de Palma sein, schrieben wir nach dem Einsturz. Doch es wird einfach weitergemacht wie gehabt. Und das ist nicht mehr nur schwer verdaulich, sondern empörend.

Übersetzung ins Spanische

Christian A., el dueño del Medusa Beach Club, repartió folletos de otros de sus locales en Playa de Palma solo un día después del derrumbe parcial de su restaurante. Después lo justificó como una reacción impulsiva: en estado de shock, simplemente siguió adelante.

Ahora se sabe que ha reabierto parte del local bajo un nuevo nombre, solo siete semanas después del accidente que mató a cuatro personas, incluidas dos turistas alemanas. Y esto ya es realmente difícil de digerir.

No sabemos por qué ha tomado la decisión. Christian A., quien está siendo investigado, entre otras cosas, por homicidio imprudente –la terraza derrumbada era ilegal–, no ha respondido a la solicitud de información de MZ. Es probable que las razones sean de carácter empresarial: seguir ganando dinero, mantener los negocios en marcha, pagar salarios y prepararse para posibles elevadas indemnizaciones. Eso puede ser legítimo, pero es profundamente inmoral en este lugar.

Cort le está permitiendo reabrir, y al parecer cuenta con los permisos necesarios. Puede que así sea (aunque cabe la duda de si el ayuntamiento todavía controla su propia maraña de permisos), pero es igualmente inmoral. Es la misma administración que durante años no hizo nada contra las irregularidades en el local, lo que la convierte en corresponsable del derrumbe.

La tragedia del Medusa Beach Club debería ser un punto de inflexión para la Playa de Palma, escribimos después de la tragedia. Pero las cosas siguen igual. Y esto ya no es solo difícil de digerir, sino indignante.