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Meinung | Inselstimmen

Die Balearen-Präsidentin wirft weiter Last ab - ohne sich die Hände schmutzig zu machen

Gleich zwei politische Weggefährten ist Marga Prohens in der vergangenen Woche losgeworden - ganz zu ihrem Vorteil, findet Kommentator Mateu Ferrer von der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca"

Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens

Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens / PP

In weniger als einer Woche ist die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens zwei Weggefährten losgeworden, sodass die Politikerin der konservativen Volkspartei (PP) Last abwerfen kann. Und das ohne einen politischen Preis zahlen oder sich die Hände schmutzig machen zu müssen, wie manch einer es sich gewünscht hätte.

Marga Prohens hätte sich nicht von der rechtspopulistischen Partei Vox getrennt, aber angesichts eines genehmigten Haushalts und der Erfüllung von 50 Prozent des Programms der Volkspartei muss sie nicht, so wie noch im ersten Regierungsjahr, gewisse Opfer gegenüber ihren politischen Partnern bringen. Im September werden wir wissen, ob Marga Prohens einen Pakt mit dem Trio der rechtsextremen Überläufer innerhalb der Vox-Fraktion geschlossen hat oder ob sie sich weiterhin auf das stützen wird, was von Santiago Abascals Partei auf den Balearen übrig geblieben ist.

Drecksarbeit erledigt

Was die bisherige, geschäftstüchtige Wohnungsministerin Marta Vidal betrifft, so hatte Prohens sie mental längst abgeschrieben. Ihr Auftreten als Elefant im Porzellanladen – man denke an die Strafanzeige gegen die Opposition, die sich als Rohrkrepierer erwies – und ihre schlechten Ergebnisse in der Wohnungspolitik haben die Regierung alarmiert. Die Präsidentin kann sich eine histrionische Persönlichkeit in der Regierung leisten; zwei waren dann doch zu viel. Vidals ständiges Fernbleiben von Sitzungen und von öffentlichen Veranstaltungen wegen persönlicher Reisen, nicht nur nach Menorca, haben ihr schließlich das Aus für das Amt beschert.

Auf jeden Fall hatte Vidal ihren Job erledigt. Zumindest den schmutzigen Teil davon. Nun, da die Kampagne zur Legalisierung von Schwarzbauten, das große Geschäft dieser Legislaturperiode, in Gang gesetzt ist, sind die Kanzleien und Dienstleister an der Reihe, die damit Geld verdienen werden. Wir werden ein Auge auf die Kundenliste einiger Anwaltskanzleien auf Menorca werfen müssen.

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