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Meinung | Inselstimmen

Feiern, ohne es begründen zu müssen: Wie sich die Festkultur in den Dörfern der Insel gewandelt hat

Die so genannten Neofiestas weisen erstaunliche Parallelen zu den traditionellen Dorffesten auf, meint MZ-Kolumnist Joan Riera

Pink und bunt: So sah das Dorffest "Much" in Sineu 2023 aus

Pink und bunt: So sah das Dorffest "Much" in Sineu 2023 aus / Enrique Calvo

Hat Pedro Sánchez im Herbst noch eine Mehrheit? Wir werden sehen, Carles Puigdemont wird es entscheiden. Ist das, was Marga Prohens über nachhaltigen Tourismus erzählt hat, ernst gemeint? Die Bosse in der Wirtschaft werden diese Frage beantworten.

Während wir hoffen, dass die Sommerhitze und die Urlaubsentspannung die verbalen Exzesse der Politiker mildern, bleibt uns als Alternative das Feiern. Und wer modern sein will, hat keine andere Wahl, als sich den neuen Dorfpartys anzuschließen, die überall auf Mallorca entstanden sind. Im Ursprung unterscheidet sich die „neofiesta“ dabei nicht von den traditionellen Festen. Auch bei der berühmtesten unter ihnen, dem Much in Sineu, beginnt alles mit einer Legende.

Beziehung zu den Schutzheiligen

Wenn man genau darüber nachdenkt, entstehen auch die Beziehungen der Schutzheiligen zu ihrem Dorf oft aus einer Fantasie. In Alaró feiern wir Sant Roc mit dem Argument, dass er uns 1652 vor der Pest geschützt hat. In Wirklichkeit wurde Sant Sebastià angerufen, aber das Feiern im Januar, wie es die Menschen in Palma tun, erschien unseren Vorfahren dumm, und sie dachten, dass die Hitze Mitte August mehr Freude bereiten würde. In Petra gibt es heutzutage im Sommer eine Mandelschlacht, in Bunyola ein Unterwäsche-Rennen, in Sencelles wird mit Stroh geworfen.

Was die Neofiestas von traditionellen Festen unterscheidet, ist zum einen das Fehlen einer mehr oder weniger religiösen Begründung ihrer Entstehung – ein Ergebnis der allgemeinen Säkularisierung westlicher Gesellschaften. Der zweite Unterschied ist ihre schnelle Verbreitung und Massenhaftigkeit. Die alten Feste versammelten die Dorfbewohner und höchstens einige wenige junge Leute aus den nahe gelegenen Ortschaften, die nicht immer willkommen waren. Jetzt zählen sich die Teilnehmer mitunter in Zehntausenden. Drittens: der Alkohol. Sein übermäßiger Konsum. Manchmal scheint er der eigentliche Gott der Feste zu sein. Sag mir, wie du feierst, und ich sage dir, wer du bist.

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